Deutsche Ministerin fordert weitreichendes Werbeverbot für Tabakprodukte

Die deutsche Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat ein komplettes Tabakwerbeverbot gefordert. „Ob Filter-oder E-Zigarette - alle derartigen Produkte, in denen Nikotin enthalten ist, sollten meiner persönlichen Meinung nach nicht mehr beworben werden dürfen“, sagte Klöckner, in deren Zuständigkeit der Umgang mit Tabakerzeugnissen fällt, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland laut Vorabmeldung vom Donnerstag. Werbung dafür solle „weder auf Plakatwänden noch im Kino“ zulässig sein dürfen.

red/Agenturen

Klöckner widersprach der Einschätzung, E-Zigaretten seien weniger gesundheitsschädlich. Zwar möge deren Nikotingehalt teils geringer sein als bei konventionellen Zigaretten - „gesundheitsschädlich ist er nach wie vor“. Auch das Argument, E-Zigaretten seien hilfreich bei der Entwöhnung, wies die Ministerin zurück. „Argumentiert wird, dass E-Zigaretten Raucher zum Ausstieg bewegen würden - ich sage, sie können aber auch zum Einstieg motivieren.“ Nun sei es am Bundestag, eine Gesetzesinitiative auf den Weg zu bringen.

Zudem befürwortete Klöckner eine Einschränkung des Rauchens in der Öffentlichkeit: „Dort, wo Menschen im öffentlichen Raum zwangsläufig zu Passivrauchern werden, ist es legitim und sinnvoll, über Einschränkungen nachzudenken“, sagte sie. Offene Fragen zu deren Umsetzbarkeit sollten nicht überbewertet werden. Sie verwies auf die anfängliche Skepsis beim Rauchverbot in Gaststätten. „Heute wissen wir, es geht - und mehr noch, es hat zu einem positiven Einstellungswandel geführt“, sagte Klöckner.