Diskussion um künftige Ärzteplanstellen im steirischen Bezirk Liezen

Ärztekammer und Gesundheitsfonds Steiermark diskutieren wegen der künftigen Ärzteplanstellen: Johannes Steinhart, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte, kritisierte am Donnerstag das Berechnungsmodell im Strukturplan 2025. Gesundheitsfonds-Geschäftsführer Michael Koren sieht dagegen eine Chance für mehr Ärzte.

red/Agenturen

Konkret geht es um die Kassenärzte-Planstellen für Allgemeinmedizin im Bezirk Liezen bis 2025: Im Strukturplan sind statt bisher 46 Kassenärzten nur noch 26 vorgesehen. Hinzu kommen aber vier Primärversorgungseinheiten (PVE) mit jeweils drei Ärzten. Die Ärztekammer sieht darin ein Wegfallen von Planstellen und einen „Schlag ins Gesicht aller Kolleginnen und Kollegen mit Einzelordinationen“, wie einer Aussendung zu entnehmen ist. „Der Ärztemangel lässt sich nicht einfach schön- oder gar wegrechnen“, so Steinhart.

Koren hielt auf APA-Nachfrage dagegen: Die PVE seien mit ihren eingebundenen Krankenpflegern, Fachärzten, Physio- und Psychotherapeuten „versorgungswirksamer als ein Allgemeinmediziner - allein schon wegen der längeren Öffnungszeiten“. Außerdem habe man die Hoffnung, dass Ärzte aus Städten sich lieber in PVE beteiligen als Einzelordinationen am Land zu öffnen. Als Beispiel nannte er eine Grazer Ärztin, die zwei Mal pro Woche in die PVE nach Mariazell fährt und dort hilft. Allein hätte die Medizinerin dort keine Ordination aufgemacht.
 

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