Dosen gesichert: Impfung kann 2021 auch in armen Ländern beginnen

Die internationale Corona-Impfinitiative Covax hat sich so viel Impfstoff gesichert, dass auch ärmere Länder 2021 mit der Impfung derjenigen beginnen können, die es am dringendsten brauchen. Das teilte Gavi, die Impfinitiative der Weltgesundheitsorganisation WHO, am Freitag in Genf mit. Sie koordiniert die Covax-Aktivitäten.

red/Agenturen

Die 92 Länder mit niedrigem oder mittleren Einkommen erhielten die von Gebern finanzierten Impfdosen, um bis Ende des Jahres etwa 20 Prozent der Bevölkerung abzudecken, darunter etwa Angehörige der Gesundheits- und Sozialdienste und Menschen mit Vorerkrankungen. Für die Länder stünden mindestens 1,3 Milliarden Impfdosen zur Verfügung.

Covax gehören 190 Länder an, darunter Deutschland, die anderen EU-Länder und China, nicht aber die USA. Covax fördert die Forschung an neun Impfstoffkandidaten, darunter CureVac aus Deutschland. Erfolgreiche Impfstoffe stehen allen Ländern zur Verfügung. Die 98 reicheren Länder bezahlen für ihren Bedarf selbst und sie unterstützen die 92 ärmeren Länder. Alle verpflichten sich zu einer gerechten Verteilung.

Unter anderem bestätigte Gavi neue Abkommen mit AstraZeneca und Johnson & Johnson. Die Firmen rechnen mit einer baldigen Zulassung ihrer Impfstoffe. Ebenso geht Covax davon aus, dass reichere Länder einen Teil der Dosen, die sie sich in bilateralen Verträgen mit Impfstoffherstellern gesichert haben, an ärmere Länder abtreten.

„Die Zulassung von Impfstoffen gibt uns allen einen Blick auf das Licht am Ende des Tunnels", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Das Programm braucht 2021 weitere 6,8 Milliarden Dollar für die Forschungsförderung, den Kauf von Dosen und die Verteilung.