Deutschland

Einigung bei digitaler Patientenakte

In Deutschland gibt es wesentliche Fortschritte bei der Vereinheitlichung der Parameter. Die Datenhoheit soll dabei unumstritten beim Patienten liegen.

red/Agenturen

Krankenkassen und Ärzte haben sich einem Medienbericht zufolge mit dem Gesundheitsministerium auf ein Grundkonzept für die elektronische Patientenakte geeinigt. Das „Handelsblatt“ berichtet, die Akteure im Gesundheitswesen hätten das in einer dreiseitigen Absichtserklärung die Schaffung gemeinsamer Standards verabredet.

Lang schwelende Diskussion

Über die elektronische Patientenakte wird in Deutschland seit langem diskutiert. Nach den Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sollen gesetzlich Versicherte spätestens ab dem Jahr 2021 über Smartphones und Tablets auf ihre elektronische Patientenakte zugreifen können.

Die Gesellschaft für den Aufbau eines Gesundheitsdatennetzes (Gematik) soll der nun erzielten Einigung zufolge die grundlegende technische Architektur und Schnittstellen definieren, wie das „Handelsblatt“ berichtet. Die Ärzteschaft legt die Formate fest, in denen medizinische Daten gespeichert werden.

Datenhohheit liegt beim Patienten

Die Kassen folgen bei ihren Patientenakten einem einheitlichen Muster: Neben einem Standardbereich für Medizindaten wie Röntgenbilder soll es einen Kassenbereich etwa für Informationen zu Bonusprogrammen geben. Auch die Versicherten bekommen ein eigenes Fach, in dem sie beispielsweise Fitnessdaten speichern können. Die Datenhoheit liegt bei den Patienten: Sie entscheiden, wer auf welche Informationen zugreifen darf, schreibt das „Handelsblatt“.

„Ein Zurück ohne Gesichtsverlust gibt es nicht“, sagte AOK-Chef Martin Litsch dem „Handelsblatt“. Die Chefin des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Doris Pfeiffer, sagte der Zeitung, die Digitalakte zur Vernetzung von Gesundheitsdaten werde „ein Meilenstein in der Modernisierung der Patientenversorgung“.