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Coronavirus

Erster Fall in Wiener Gymnasium bestätigt, Fälle in drei weiteren Schulen

In Wien sind neben dem Piaristen-Gymnasium in Wien-Josefstadt in drei weiteren Schulen Omikron-Verdachtsfälle aufgetreten. In einem Fall wurde die Mutation auch bereits bei der Sequenzierung bestätigt, sagte Sonja Vicht vom Gesundheitsdienst der Stadt Wien. In den Schulen – eine weitere in der Josefstadt, eine in Wien-Landstraße und eine in Döbling – wurde jeweils ein Fall registriert. Die betroffenen Klassen wurden geschlossen.

  

red/Agenturen

Bei den Omikron-Verdachtsfällen im Piaristen-Gymnasium in Wien-Josefstadt hat sich ein Fall nach der Sequenzierung bestätigt. Die Zahl der Verdachtsfälle ist seit gestern um einen Schüler gestiegen, womit der Cluster nun einen bestätigten Fall und vier Verdachtsfälle umfasst, so Sonja Vicht. Bei letzteren steht das Ergebnis der Sequenzierungen aber noch aus.

Durch den neuen Verdachtsfall musste keine weitere Klasse geschlossen werden. Insgesamt sind die Schüler und Schülerinnen dreier Klassen bis 24. Dezember in Quarantäne. Für die restlichen Kinder wurde der Schulbetrieb aufrechterhalten. Die von der Direktion angekündigte generelle Umstellung auf Fernunterricht werde nicht umgesetzt, so Bildungsdirektor Heinrich Himmer.

Die Tests wurden Vicht zufolge bereits vergangene Woche durchgeführt. Die betroffenen Kinder wurden hier zuerst positiv auf das Coronavirus getestet und in Quarantäne geschickt. Die Sequenzierung, die einen Omikron-Verdacht nachweist, wurde anschließend durchgeführt. Diese Auswertung ist allerdings zeitaufwendiger.

„Die Schule kann sich selbst nicht ins Distance Learning versetzen“, verwies der Bildungsdirektor auf die Gesetzeslage. Die Schule könne allerdings den Betrieb entzerren, indem etwa der Unterrichtsbeginn gestaffelt wird. Außerdem können alle Eltern ihre Kinder vom Unterricht entschuldigen - diese Regelung gilt vorerst bis 14. Jänner österreichweit.

Online-Unterricht laut Stundenplan

Die Direktorin des Gymnasiums hatte gestern in einem Schreiben an die Eltern appelliert, dass sie ihre Kinder bis zu den Weihnachtsferien daheim lassen sollen. Das ist möglich, weil mit Beginn des Lockdowns die Präsenzpflicht an den Schulen ausgesetzt wurde. Dafür biete die Schule Online-Unterricht laut Stundenplan an, vor Ort werde es einen Notbetrieb geben, hieß es in dem Schreiben, das für zahlreiche Eltern-Anfragen in der Bildungsdirektion sorgte.

Eine solche Umstellung auf Distance Learning kann die Schule selbst allerdings gar nicht selbst entscheiden, wie Himmer betont. Durch die Aussetzung der Präsenzpflicht könnten Eltern bis 14. Jänner auf Wunsch ihre Kinder ohnehin daheimlassen. An den Schulen muss allerdings Unterricht laut Stundenplan stattfinden und nicht nur Notbetreuung. „Wir müssen darauf bestehen, dass die Schulen sich an diese Regeln halten“, sagte Himmer. Die Entscheidung über eine Schließung der Schule liege bei der Gesundheitsbehörde, nicht beim einzelnen Standort.

Für Schüler, die daheimbleiben, sind laut Verordnung des Bildungsministeriums Unterrichtspakete oder - wenn machbar - auch eine Live-Übertragung des Unterrichts vorgesehen. Sollte sich der Großteil einer Klasse fürs Daheimbleiben entscheiden, ist für diese laut Himmer freilich auch die Umstellung auf Fernunterricht möglich. Schüler, die dennoch in die Schule kommen, können daran entweder vor Ort per Laptop oder Schul-PC teilnehmen oder den Unterricht direkt mitverfolgen, falls der Lehrer selbst vor Ort ist.

Bereits am Montag war ein erster Omikron-Fall an einer Schule in Tirol bekannt geworden, die Klasse wurde in Quarantäne geschickt. Ob es darüber hinaus noch weitere Omikron-Fälle mit Auswirkung auf Schulen gibt, konnte man am Mittwoch vorerst weder im Gesundheitsministerium, noch bei der AGES oder im Bildungsministerium sagen.

Strengere Regeln wegen Omikron

Weil die neue Virusvariante ansteckender ist, hat das Gesundheitsministerium vergangene Woche deutlich strengere Regeln bei der Kontaktpersonen-Nachverfolgung empfohlen, das wird von den Gesundheitsbehörden der Länder auch umgesetzt. Konkret werden geimpfte und genesene Personen nicht mehr von engen Kontakten (K1) zu Personen mit niedrigem Infektionsrisiko (K2) herabgestuft und müssen also in Quarantäne. Diese dauert bei Omikron 14 Tage, ein vorzeitiges Freitesten ist nicht möglich. Ob jemand als K1 oder K2 eingestuft wird, entscheiden weiterhin die Gesundheitsbehörden je nach Intensität und Dauer des Kontakts.

An den Schulen ist grundsätzlich weiter ein abweichendes Vorgehen möglich: Hier können laut Empfehlung des Gesundheitsministeriums beim Auftreten von nur einem Infektionsfall bis zur 4. Klasse Volksschule alle Kontaktpersonen als K2 eingestuft werden, bei den Älteren sind grundsätzlich nur enge Kontaktpersonen wie Sitznachbarn als K1 einzustufen und die anderen Schüler als K2. Allerdings kann die Gesundheitsbehörde - etwa mit Blick auf die größere Ansteckungswahrscheinlichkeit von Omikron - auch strengere Regeln anwenden und im Extremfall trotz der durchgängigen Maskenpflicht eine ganze Klasse als K1 einstufen, wird im Gesundheitsministerium betont.

Wien etwa stuft bei Omikron in der Praxis alle Kinder der betreffenden Klasse als K1 ein. Tatsächlich wird das laut dem Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) vor Weihnachten allerdings wegen der derzeit generell noch verhältnismäßig wenigen Omikron-Fälle nur relativ wenige Klassen betreffen.

Vorarlberg mit vier Verdachtsfällen

Die Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich zudem weiter in Österreich aus, sie ist nun definitiv in Vorarlberg angekommen. Die von der AGES vorgenommene Genomsequenzierung bestätigte in vier Fällen das Vorliegen der Omikron-Mutation, informierte das Land am Mittwochabend. Bei weiteren fünf Verdachtsfällen seien die Ergebnisse noch ausständig.

Schultafel Corona
Weil die neue Virusvariante Omikron ansteckender ist, hat das Gesundheitsministerium vergangene Woche deutlich strengere Regeln bei der Kontaktpersonen-Nachverfolgung empfohlen.
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