EU-Kommission ruft Mitgliedstaaten zu Verbesserungen im Pflegebereich auf

Die Europäische Kommission hat die EU-Länder dazu aufgerufen, bessere Bedingungen in der Pflege zu schaffen. Die Corona-Pandemie habe „die Bedeutung von Pflegearbeit noch deutlicher gemacht“ und gezeigt, dass der Pflegebereich gestärkt werden müsse, erklärte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel.

red/Agenturen

Der Kommission zufolge hat fast die Hälfte der über 65-Jährigen mit Langzeitpflegebedarf einen „ungedeckten Bedarf an Hilfe bei der Körperpflege oder Tätigkeiten im Haushalt“. Zudem würde jedes zweite Kind mit Behinderung ausschließlich von den Eltern betreut. Die Behörde empfahl daher den einzelnen EU-Ländern, ihre Pflegeangebote auszubauen und eine „ausgewogene“ Mischung von Dienstleistungen wie häusliche Pflege und stationäre Pflege bereitzustellen.

Hauptlast bei Frauen

In Pflege zu investieren bedeute auch, die Teilnahme von Frauen am Arbeitsmarkt zu verbessern, erklärte die Kommission. Frauen trügen nach wie vor die Hauptlast der Pflege. 90 Prozent der Pflegekräfte seien Frauen, zudem seien 7,7 Millionen Frauen in der EU aufgrund der Pflege von Angehörigen nicht erwerbstätig.

In diesem Zusammenhang forderte die Kommission die Mitgliedstaaten auf, die Kinderbetreuung in den einzelnen Ländern auszubauen. Bis 2030 sollen nach der Brüsseler Empfehlung mindestens die Hälfte aller Kinder unter drei Jahren in Kindertagesstätten gehen oder anderweitig professionell betreut werden. Bislang liegt das Ziel für die Mitgliedstaaten bei einer Betreuungsrate von 33 Prozent. Auch mehr Kinder zwischen drei Jahren und dem schulpflichtigen Alter sollten der Kommission zufolge in Bildungseinrichtungen betreut werden.

Mit den Vorschlägen der EU-Kommission können sich nun die Mitgliedstaaten auseinandersetzen, die das Sagen bei der Gesundheits- und Sozialpolitik haben.

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