Exit leistet weiter Sterbehilfe für Menschen aus dem Ausland

Die Schweizer Sterbehilfeorganisation Exit leistet weiterhin Freitodhilfe für im Ausland wohnende Mitglieder. Die schriftlich durchgeführte Generalversammlung hiess die neuen Statuten gut. Der Vorstand hatte den Antrag, die Sterbehilfe auf in der Schweiz wohnhafte Menschen zu beschränken, vor der Versammlung fallen lassen.

red/Agenturen

Von den über 140.000 Mitgliedern gingen 8259 Stimmbogen ein, wie Exit nach der Versammlung am Dienstag mitteilte. Den neuen Statuten ging ein zwei Jahre dauerndes Verfahren voraus. In der Statutenrevision hatte der Vorstand zunächst vorgeschlagen, dass nur noch Menschen mit Wohnsitz in der Schweiz Mitglieder werden und damit die Dienste von Exit in Anspruch nehmen können.

Grund für den Antrag war der grosse Aufwand für Freitodbegleitungen von Menschen aus dem Ausland. Darunter fallen gemäß Exit etwa die oft komplizierte Anreise, Abklärungen vor Ort oder Arztzeugnisse aus dem Ausland.

Zwei Drittel gegen Änderung

Schon in der Vernehmlassung äußerten sich zwei Drittel der Antwortenden ablehnend zu dieser Änderung. Aufgrund des negativen Echos ließ der Vorstand seinen Vorschlag fallen und behielt die Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft unverändert bei.

Gemäß den Statuten können Menschen ab 18 Jahren mit Schweizer Bürgerrecht sowie Ausländerinnen und Ausländer mit Wohnsitz in der Schweiz Exit beitreten. 2020 begleitete die Organisation zehn Mitglieder aus dem Ausland in den Freitod. Nach eigenen Angaben sind das ein Prozent der insgesamt 913 Freitodbegleitungen im vergangenen Jahr.