Covid-Prognose

Für Experten „vorübergehende Plateauphase“ erreicht

Für das Covid-Prognose-Konsortium ist in der aktuellen, von der Omikron-Variante geprägten fünften Corona-Welle eine „vorübergehende Plateauphase“ erreicht. In ihrer wöchentlichen Vorschau rechnen die Experten vorerst nicht unbedingt mit einem weiteren Anstieg bei den Fallzahlen. Im Mittelwert sollten die täglichen Neuinfektionen ab dem Wochenende bis 16. Februar bei rund 34.000 zu liegen kommen. Bei den Hospitalisierten dürfte es zu einem moderaten Anstieg kommen.

red/Agenturen

Die angegebene Schwankungsbreite bei den Einschätzungen der Infektionszahlen ist allerdings beträchtlich. So liegt das Konfidenzintervall bei den für kommenden Mittwoch (16. Februar) erwarteten Neuinfektionen zwischen 27.200 und knapp 45.000, der - wenig aussagekräftiger - Punktschätzer wurde bei 33.961 fixiert. Die Unwägbarkeiten bei den Berechnungen erklären sich aus einem Rückgang des Omikron-Subtyps BA.1 und einem Anstieg des leichter übertragbaren Subtyps BA.2. Aufgrund dieser Entwicklung „ist ein neuerlicher, durch diese Variante getriebener Fallanstieg in der nächsten Woche nicht auszuschließen“, heißt es in der Vorschau des Konsortiums.

Was die Sieben-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen je 100.000 Einwohner, Anm.) anlangt - am Mittwoch betrug diese bei 38.309 behördlich bestätigten Neuinfektionen 2.560,7 -, wird diese am kommenden Mittwoch in Österreich zwischen 2.133 und 3.512 betragen. Die geringste Inzidenz wird mit einem Wert zwischen 1.800 und 3.000 in Wien, die höchste mit 2.800 bis 4.500 in Kärnten erwartet.

Hinsichtlich der Entwicklung in den Spitälern, wo am Mittwoch 185 Covid-19-patienten intensivmedizinisch betreut werden mussten und 1.871 auf Normalstationen behandlungsbedürftig waren, rechnet das Konsortium, „dass sich der Anstieg des Normalpflege-Belags abschwächt". Eine moderate Zunahme steht allerdings in den kommenden beiden Wochen den Normal- und den Intensivstationen (ICU) gleichermaßen bevor. Im ICU-Bereich dürften in einem Mittelwert rund 220 Covid-Kranke Behandlungsbedarf haben, wobei sich das Konfidenzintervall für den 16. Februar zwischen 186 und 248, für den 23. Februar zwischen 173 und 276 bewegt. Den Normalstationen sagen die Experten für die nächsten 14 Tage im Mittel rund 2.000 Covid-patienten vorher, mit einer Schwankungsbreite zwischen 1.747 und 2.300 für den 16. bzw. 1.619 und 2.600 für den 23. Februar.

Der aktuellen Belagsprognose liegt ein angenommener Rückgang der Virulenz (Ansteckungsfähigkeit, Anm.) der Omikron-Variante gegenüber der Delta-Variante um 90 Prozent im Bereich der Intensivpflege und um 70 Prozent im Bereich der Normalpflege zugrunde. Ausschlaggebend dafür sind einerseits der beträchtliche Anteil doppelt und dreifach geimpfter sowie jüngerer Personen am Infektionsgeschehen und andererseits internationale Vergleiche. Die Effekte der graduellen Öffnungsschritte sind in der aktuellen Prognose des Konsortiums bereits berücksichtigt. Auf Basis derzeitiger Informationen gehen die Experten von einer BA.2-Prävalenz im Bereich von 20 bis 35 Prozent aus - das heißt, dass zumindest jede fünfte, möglicherweise mehr als jede dritte SARS-CoV-2-Infektion dem jüngsten nachgewiesenen Omikron-Subtyp zuzuschreiben ist (Stichtag: 8. Februar).