Rauchen

Gewerkschaftskampagne „Kein Rauch im Wirtshaus“ startet

Die neue Initiative der Gewerkschaft vida unterstützt das Don't Smoke-Volksbegehren für den Nichtraucherschutz.

red/Agenturen

Mehr als 1.000 Menschen sterben jedes Jahr in Österreich im Zusammenhang mit Passivrauchen. Auch die rund 220.000 Arbeitnehmer im Hotel- und Gastgewerbe hätten ein Recht auf einen rauchfreien Arbeitsplatz, meinen die Vertreter der Gewerkschaft vida und stellten am Donnerstag in Wien die neue Kampagne „Kein Rauch im Wirtshaus“ vor.

Recht auf rauchfreien Arbeitsplatz

Alle Arbeitnehmer hätten laut ArbeitnehmerInnenschutzgesetz das Recht auf einen rauchfreien Arbeitsplatz - nur die Mitarbeiter in der Gastronomie nicht. Sie würden behandelt wie „Menschen zweiter Klasse“, kritisierte Berend Tusch, Vorsitzender des vida-Fachbereichs Tourismus, ihre Gesundheit sei weniger wert. Er sprach von einem „Rückschritt“. Von „Freiwilligkeit“ könne nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Überlegungen nicht wirklich die Rede sein.

Auch wenn in der Branche viele Raucher tätig sind - auch wer selbst rauche, wolle nicht stundenlang im Rauch arbeiten, zeigte sich der Wiener Kellner Andreas Schwabl überzeugt. In seinem Betrieb habe sich das vor rund zehn Jahren freiwillig eingeführte Rauchverbot trotz Skepsis im Vorfeld durchaus bewährt, auch finanziell. Ein oft ins Treffen geführte, prognostiziertes „Wirtesterben“ im Fall eines generellen Rauchverbots in der Gastronomie hätten internationale Studien widerlegt, wurde bei dem Pressetermin betont.

„G'nädige Frau, Ihre Melange im Rauch“

Eine Trennung in Raucher- und Nichtraucherbereich funktioniere nicht, zeigten sich die Arbeitnehmervertreter überzeugt. Auch jene, die sich im sogenannten Nichtraucherbereich aufhalten, würden kontinuierlich toxischen Stoffen ausgesetzt. Slogans wie „G'nädige Frau, Ihre Melange im Rauch“ oder „Ihr Aschenkrügerl, bittschön“ sollen nun explizit aufrütteln und auf die Situation aufmerksam machen.

Tausende Kellner wären täglich stundenlang Passivrauch ausgesetzt, selbst die rund 10.000 Lehrlinge dürften sich legal regelmäßig „vorübergehend“ in verrauchten Räumen aufhalten, während in Ställen stets für einen sauberen Luftwechsel gesorgt werden müsse, meinte Gewerkschafter Tusch. Auszubildende unter 18 Jahren könnten in verrauchten Betrieben ausgebildet werden, künftige Restaurantfachleute dürfen weiterhin bis zu eine Stunde täglich im Rauchbereich arbeiten.

Vida und Arbeiterkammer unterstützen das Volksbegehren mit diversen Aktionen und Initiativen. Gefordert wird ein „verbindlicher Nichtraucherschutz ohne Hintertürchen“. In Wien sollen unter anderem mobile „Haltestellen“ eingerichtet werden, von denen aus man sich gratis via Taxi zu einem Eintragungslokal bringen lassen kann.