Grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung in Gmünd nimmt Formen an

Das grenzüberschreitende Gesundheitszentrum in Gmünd, in dem ab Frühjahr 2021 Patienten aus Österreich und Tschechien behandelt werden sollen, nimmt weiter Formen an. Die aktuellen Bauarbeiten sollen Ende des Jahres abgeschlossen werden, blickte Landesrat Martin Eichtinger (ÖVP) am Montag voraus. Die geplante Einrichtung bezeichnete er als „Leuchtturmprojekt“ des Interreg-Programms.

red/Agenturen

Eichtinger hob in einer Pressekonferenz hervor, dass im Rahmen der Gesundheitskooperation „Menschenleben gerettet werden“. Im rund 2,5 Millionen Euro teuren Gebäude sollen 25 „qualitativ hochwertige Arbeitsplätze“ entstehen, betonte der ÖVP-Landesrat. Michael Böhm, Ärztlicher Standortleiter des Landesklinikums Gmünd, berichtete davon, dass seit 2013 etwa 7.600 Patienten aus der Region um den tschechischen Grenzort Ceske Velenice in Gmünd medizinisch versorgt wurden. Das mit der niederösterreichischen Gesundheitsinitiative „Healthacross“ verbundene neue Gesundheitszentrum stelle für das Krankenhaus Gmünd „eine Standortaufwertung“ dar. „Früher haben wir uns in Grenznähe befunden, nun im Zentrum einer Versorgungsregion“, hob Böhm hervor.

Eichtinger verwies auch auf die Bedeutung der Interreg-Mittel für die seit 30 Jahren andauernde grenzüberschreitende und „intensive Zusammenarbeit“ Niederösterreichs mit Tschechien. Seit 1995 seien rund 700 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 109 Millionen Euro im Bundesland abgewickelt worden. Etwa 17 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) stehen in der Finanzperiode 2014 bis 2021 für gemeinsame Projekte Niederösterreichs mit Tschechien zur Verfügung.

In ein ähnliches Horn wie Eichtinger stieß Tschechiens Vizeminister für Regionalentwicklung, Zdenek Semorad, in Hinblick auf die EU-Fördermittel. Eines der am meisten negativ betroffenen Gebiete wirtschaftlicher Umstrukturierungen seines Heimatlandes sei die Grenzregion zu Österreich gewesen. „Interreg-Programme haben diesen Räumen geholfen, mit den Umstellungen zurecht zu kommen“, sagte Semorad. Die Vorbereitungen für die Programmperiode 2021 bis 2027 seien bereits in vollem Gange. „Ich bin zuversichtlich, dass das neue Programm schon bald nach seiner Genehmigung durch die Europäische Kommission im Jahr 2021 gestartet werden kann“, betonte Semorad.