Hartinger-Klein kann sich Pflegekammer vorstellen

Die Pflegereform und eine Stärkung der Pflege zuhause stehen laut Eigenangabe ganz oben auf der Agenda des Gesundheitsministeriums. Nun kann sich die Ministerin sogar eine Pflegekammer ähnlich der Ärztekammer vorstellen.

red

Der letztwöchige Vorstoß von Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein, eine Pflegekammer gründen zu wollen, stößt zumindest bei NEOS-Gesundheitssprecher Gerhard Loacker auf heftigen Gegenwind. „Was Pflegekräfte brauchen, ist einen direkten Anspruch gegenüber der Kasse, ihre Leistungen abzurechnen (..)“. Es müsse ein Leistungskatalog für Pflegekräfte erstellt werden, „genauso wie Ärztinnen und Ärzte jetzt schon ihre Ansprüche gegenüber den Kassen abrechnen können, genauso wie viele andere Gesundheitsberufsgruppen. Nur die Pflegekräfte haben keinen eigenen Leistungskatalog und keinen selbständigen Anspruch auf Vergütung gegenüber den Kassen.“  Das müsse sich ändern.

Hartinger-Klein hat laut „Standard“ Bericht in einem letztwöchigen Vortrag die Schaffung einer Pflegekammer angeregt. Derartige standespolitische Vertretungen gibt es bereits etwa in Deutschland, Großbritannien oder Frankreich.

Ende 2018 wurde der Masterplan für die Pflegereform vorgelegt. Für das Ministerium steht die Pflege zu Hause im Vordergrund, hier sollen auch verstärkt Anreize geschaffen werden. Laut aktueller WIFO-Studie werden 84 Prozent aller Pflegegeldbezieher zu Hause gepflegt – 45 Prozent ausschließlich von Angehörigen. 32 Prozent werden von mobilen Pflegediensten unterstützt. Angedacht wird von Hartinger-Klein auch eine Art Pflegetelefon, ähnlich dem Gesundheitstelefon 1450. Eine Ausbildung in Richtung Lehrberuf ist bei der Pflege weiterhin nicht geplant, eher eine 5jährige berufsbildende Ausbildung mit Matura.

Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein Ministerin
Mit den umgesetzten Reformen stieß die scheidende Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) bei der Opposition auf heftigen Widerstand.
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