Impfbereitschaft in Gesundheits- und Pflegeberufen steigt

Die Impfwilligkeit bei Mitarbeitern in Gesundheits- und Pflegeberufen steigt. Wie eine im Rahmen einer Basisstudie getätigte Umfrage des SORA-Instituts (Sample: 422 Teilnehmer) ergeben hat, wollen 56 Prozent der Befragten, dass sich möglichst viele Berufskollegen gegen Covid-19 impfen lassen, um sich und Patienten bzw. Bewohner von Pflegeheimen vor dem Coronavirus zu schützen.

red/Agenturen

Fast ein Viertel der in diesem Bereich Beschäftigten - exakt sind es 24 Prozent - will sich selbst unbedingt impfen lassen, 27 Prozent eher schon. Damit liegt die allgemeine Impfbereitschaft bei Beschäftigten im Gesundheits- und Pflegebereich bei 51 Prozent - es gibt somit keine empirischen Hinweise auf eine überdurchschnittliche Impf-Skepsis bei Beschäftigten in Gesundheits- und Pflegeberufen. Sicher nicht infrage kommt in diesem Berufsfeld die Impfung für 27 Prozent, womit die dezidierte Ablehnung ungefähr gleich groß ist wie in anderen Berufen.

Die Mehrheit der Befragten - besagte 56 Prozent - spricht sich dafür aus, dass sich im Gesundheits- und Pflegebereich möglichst viele mit einem Impfstoff gegen Covid-19 schützen. 32 Prozent würden das "sehr", 24 Prozent "ziemlich" begrüßen. Eine dezidierte Ablehnung gibt es bei 21 Prozent. Auffallend ist bei diesem Thema eine deutliche Diskrepanz bei den Geschlechtern. Während sich 44 Prozent der männlichen Beschäftigten im Gesundheits- und Pflegewesen sehr für ein breites Impfen in ihrem Berufsfeld einsetzen und 32 ziemlich, sind es bei den Frauen nur 28 bzw. 21 Prozent. Demgegenüber halten 25 Prozent der weiblichen Mitarbeiter ein umfassendes Impfen für gar nicht und 17 Prozent für wenig geboten - bei ihren männlichen Kollegen sind es neun bzw. acht Prozent.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) kommentierte diese Zahlen am Sonntag wie folgt: "Die Praxis der ersten Impfwochen zeigt, dass auch bei den MitarbeiterInnen ähnlich wie bei den BewohnerInnen von Alten- und Pflegeheimen die Zustimmung zur Impfung mit der Erfahrung durchgeführter Impfungen im eigenen Umfeld steigt." Offensichtlich hänge das mit der Erfahrung der guten Verträglichkeit des Impfstoffes zusammen. "Viele Alten- und Pflegeheime bieten daher nun einen dritten Impftag an, um es hier zu ermöglichen, dass dieser Umdenkprozess auch noch zu einer Impfung führen kann", kündigte Anschober an.