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Corona-Impfstoff

Impfungen starteten am 27. Dezember

Wien begann am 27. Dezember damit , Risikogruppen gegen das Coronavirus zu impfen. Die ersten Immunisierungen wurden in einem Pflegewohnhaus und auf der Covid-Station in der Klinik Favoriten verabreicht. Erreichen wolle man zuerst die Hochrisikogruppe. Der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) zeigte sich im Gespräch mit dem Ö1-Morgenjournal optimistisch, dass die Impfbereitschaft nach ersten Erfahrungsberichten steigen werde.

 

 

red/Agenturen

In einer ersten Tranche trafen in Österreich kurz nach Weihnachten 10.000 Dosen der Impfung ein, dann folgen noch einmal 270.000 und Ende März sollen insgesamt eine Million Impfungen zur Verfügung stehen. Mit diesen Chargen sollen vor allem die primären Hochrisikogruppen geimpft werden - also Bewohner von Alterheimen, Pflegebedürftige und Gesundheitspersonal. In Wien dürfte diese Phase eins im ersten Quartal des Jahres 2021 abgeschlossen sein, so Hacker.

Auch die Bundesländer starteten zum Teil bereits mit der Verabreichung des Biontech/Pfizer-Vazkins. Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und Tirol beginnen mit der Impfaktion ebenfalls am 27. Dezember, alle anderen im Jänner.

Zunächst knapp 1.000 Dosen pro Bundesland

Laut dem Bundeskanzler können pro Bundesland bis zu 975 Dosen abgerufen werden. „Die sind so verpackt“, erläuterte er bei einer Pressekonferenz in Wien, „die können wir nicht einfach durchschneiden“. Demgegenüber standen allerdings die Informationen aus manchen Bundesländer, wie etwa Kärnten und Vorarlberg, dass sie zunächst nur wenige Dosen bekommen würden und deshalb erst gar nicht im Dezember zum Impfen beginnen wollen.

In Niederösterreich erfolgt der Start der Impfungen gegen das Coronavirus am Sonntagnachmittag in St. Pölten. Als Örtlichkeiten sind das Tageszentrum des Pflege- und Betreuungszentrums der Landesgesundheitsagentur (LGA) und das Pflegeheim St. Elisabeth der Caritas ausgewählt worden, wurde am Dienstagnachmittag bekanntgegeben. Geimpft werden sollen Bewohner und Mitarbeiter.

Der „Covid-19 Impfstart in Niederösterreich“ wird um 14.00 Uhr in Szene gehen. Im Pflege- und Betreuungszentrums der LGA angesagt haben sich neben Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) u.a. auch die LGA-Vorstände Konrad Kogler und Helmut Krenn. Im Pflegeheim der Caritas werden eineinhalb Stunden später u.a. die Landesrätinnen Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) und Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) sowie Hannes Ziselsberger, Caritasdirektor in der Diözese St. Pölten, erwartet.

In Oberösterreich werden mit den aus der ersten Lieferung zugeteilten 40 Dosen am kommenden Sonntag Bewohner und Mitarbeiter im Bezirksalters- und Pflegeheim Sierning im Bezirk Steyr-Land geimpft. Der weitere Fahrplan sieht vor, dass ab 12. Jänner Bewohner und Mitarbeiter in Alters- und Pflegeheimen durch betreuende Ärzte sowie das Personal der Krankenanstalten geimpft werden.

Impffahrplan in Salzburg

Das Bundesland Salzburg startet ebenfalls am kommenden Sonntag mit der Covid-19-Impfung. Den Anfang macht ein Seniorenwohnhaus in der Stadt Salzburg, wie Gesundheitsreferent LHStv. Christian Stöckl (ÖVP) informierte. Für diese erste Impfung werden im Laufe des Sonntags 80 Impfdosen von Biontech/Pfizer eintreffen, die für die Bewohner und Mitarbeiter des Seniorenwohnhauses vorgesehen sind, erklärte ein Sprecher von Stöckl auf Anfrage.

Die Personen, die am Sonntag, dem 27. Dezember, geimpft werden, sollen in rund drei Wochen die zweite Impfung erhalten. Um einen Medienrummel angesichts der ersten Impfung in Salzburg zu vermeiden und einen ruhigen Ablauf zu ermöglichen, wurde der Standort des Seniorenwohnhauses von offizieller Seite nicht genannt.

Die nächsten Impfdosen werden in Salzburg voraussichtlich um den 10. Jänner eintreffen, damit werden Bewohner und Mitarbeiter weiterer Seniorenheime versorgt. In der ersten Tranche in der ersten und zweiten Kalenderwoche des neuen Jahres sollen rund 65.000 Impfdosen in Salzburg eintreffen. Diese Menge ergibt sich aus dem Bevölkerungsschlüssel, weil der Bund eine Million Impfdosen erwartet.

Mit diesen 65.000 Impfdosen können 32.500 Salzburger zweimal geimpft werden, hieß es aus dem Büro des Gesundheitsreferenten. In der ersten Impfphase sind Gesundheitseinrichtungen, Spitäler, Seniorenwohnheime, Betreuungseinrichtungen an der Reihe. Die Impfung erfolgt an Ort und Stelle. Weil dort fachkundiges Impfpersonal vorhanden ist, rechnet man mit einem problemlosen Ablauf.

Tirol startet im Dezember, Kärnten im Jänner

In Tirol werden die ersten Impfdosen gegen das Coronavirus voraussichtlich auch am 27. Dezember verabreicht. Die Impfungen sollen in einem Wohn- und Pflegeheim im Tiroler Zentralraum durchgeführt werden, hieß es vom Land. In der ersten Jänner-Hälfte werden dem Bundesland dann 24.000 Impfdosen zur Verfügung stehen. Im Landhaus arbeite man derzeit daran, einen „koordinierten Stufenplan“ zum Ablauf zu erstellen.

In Kärnten sieht die Situation anders aus. Dort wird es am kommenden Sonntag keine Corona-Impfungen geben. Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) habe das Angebot abgelehnt, da der Aufwand für die etwa zehn Impfdosen, die das Land am Sonntag erhalten hätte, zu groß sei, hieß es vom Landespressedienst auf Anfrage der APA. Man konzentriere sich stattdessen auf eine möglichst gute Vorbereitung und werde am 12. Jänner mit dem Impfen starten.

Auch im Ländle wird schon demnächst begonnen

Vorarlberg wird mit den ersten Covid-Impfungen ebenso am 27. Dezember beginnen. Wie viele Impfungen durchgeführt werden können und wie diese verteilt werden, sei noch in Abklärung, teilte die Landespressestelle am Mittwoch auf APA-Anfrage mit.

Noch am Dienstag war man in Vorarlberg aufgrund der zunächst angekündigten geringen Impfstoffmenge von einem späteren Impfstart ausgegangen. "Wir werden uns an der medialen Aktion nicht beteiligen", hatte Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) gesagt und damit nur vereinzelte in Aussicht gestellte Impfungen gemeint.

Das Burgenland und die Steiermark legen 2021 los

Das Burgenland hält ebenfalls weiterhin am bisherigen Plan fest und wird auch voraussichtlich erst im Jänner mit Impfungen gegen das Coronavirus beginnen, teilte der Koordinationsstab Coronavirus auf APA-Anfrage mit. In einer ersten Tranche werden rund 5.800 Impfdosen zur Verfügung stehen. Geimpft werden soll vor allem im Bereich der Alters- und Pflegeheime sowie der Sozialeinrichtungen.

In der Steiermark bleibt es ebenfalls dabei, dass der Impfstart für die erste große Tranche von rund 35.000 Impfdosen rund um den 12. Jänner sein wird. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass davor - sprich am 27. Dezember - eine sehr geringe Anzahl an Dosen möglicherweise auch nur in einem Pflegeheim symbolisch für den Impfstart verabreicht wird. Sobald ein entsprechender Termin fixiert ist, will das Land Steiermark das veröffentlichen.