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Coronavirus

Indische Mutante in Belgien entdeckt

Zum ersten Mal ist die neue indische Variante des Coronavirus in Belgien entdeckt worden. Die Variante B.1.617 sei bei einer Gruppe von 20 indischen Studenten nachgewiesen worden, die Mitte April nach der Landung in Paris per Bus nach Belgien gekommen seien, berichteten die belgischen Behörden am Donnerstag. In Indien steigen die Infektionszahlen rasant.

red/Agenturen

Vor ihrem Abflug nach Europa mussten sich die Studenten einem PCR-Test und dann bei der Ankunft erneut einem Schnelltest unterziehen. Fünf Tage nach ihrer Busfahrt zeigten sie dann erste Symptome von Covid-19. Sie stehen nun in Aalst und Leuven unter Quarantäne. Dort wollten sie eine Ausbildung als Krankenpfleger beginnen.

Die Variante B.1.617 wurde erstmals im Oktober in Westindien entdeckt. Sie trägt vor allem zwei Mutationen im Spike-Protein des Virus, mit dem sich der Erreger an menschliche Zellen andockt. Diese könnten möglicherweise zu einer höheren Übertragbarkeit führen. Experten gehen bereits davon aus, dass die sogenannte Doppel-Mutante für die rasant steigenden Corona-Fallzahlen in Indien verantwortlich ist.

Indien hat den zweiten Tag in Folge einen weltweiten Höchstwert an Neuinfektionen mit dem Coronavirus erreicht. In den vergangenen 24 Stunden wurden 332 730 Corona-Fälle erfasst - so viele wie in keinem anderen Land der Welt an einem Tag zuvor. Das geht aus Zahlen des indischen Gesundheitsministeriums vom Freitag hervor. Zudem starben 2263 Leute an oder mit Covid.

16 Mio. Infektionen in Indien

Damit haben sich in den vergangenen vier Tagen mehr als eine Million Menschen in Indien mit dem Virus infiziert. In der größten Demokratie der Welt nehmen bekannte Corona-Fälle seit Wochen immer schneller zu. Vielen Krankenhäusern fehlen Betten, medizinischer Sauerstoff und antivirale Medikamente. Krankenhäuser bitten um Hilfe - genauso wie Angehörige schwerkranker Patientinnen und Patienten.

In absoluten Zahlen hat Indien mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern mehr als 16 Millionen Infektionen erfasst. Das Land ist damit hinter den USA am Härtesten von der Pandemie betroffen. Schuld daran dürfte eine verbreitete Sorglosigkeit sein. Es gab lange Massenveranstaltungen für anstehende Regionalwahlen und religiöse Feste, bei denen Menschen weder Masken trugen noch Abstand hielten. Auch Virusmutationen dürften eine Rolle spielen. Die indische Variante B.1.617 steht bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter Beobachtung. Auch in Deutschland wurden bereits einige Infektionen mit dieser Variante registriert.