Coronakrise

Italiens Regierung zeigt nach Ärzte-Streikankündigung Entgegenkommen

Nachdem die italienischen Ärzt:innen für Anfang März einen Streik ausgerufen haben, versucht die Regierung von Premier Mario Draghi den Konflikt durch neue Maßnahmen zu entschärfen. Gesundheitsminister Roberto Speranza kündigte am Mittwoch Pläne für einen neuen landesweiten Kollektivvertrag für Hausärzte an.

red/Agenturen

„Der Hausarzt fühlt sich allein gelassen, wenn er nicht mit dem nationalen Gesundheitssystem eng vernetzt ist. Ich arbeite mit den Regionen und den Hausarztverbänden zusammen, um die aktuellen Schwierigkeiten zu überwinden“, sagte Speranza. Er reagierte damit auf die Ankündigung der Hausärzte, am 1. und 2. März aus Protest gegen die Arbeitsbedingungen ihre Praxen zu schließen. Der Streik richtet sich gegen die „unerträgliche Arbeitsbelastung, mangelnden Schutz sowie überbordende Bürokratie“ in der Corona-Pandemie, hieß es in einem Schreiben der Ärztevertretungen SMI und SIMET am Dienstag.

Die Ärzt:innen kritisierten unter anderem den Beschluss der Regierung, Familien von Kollegen nicht zu entschädigen, die an Covid-19 gestorben sind. „Dies ist ein Schlag ins Gesicht seitens des Staates, insbesondere für die Waisen dieser Ärzte“, hieß es. 370 Ärzte sind in Italien am Coronavirus gestorben, die meisten in der akutesten Phase der Pandemie im Frühjahr 2020.

„Wir wollen unsere Rolle und unsere Berufswürde zurückgewinnen, um die uns anvertrauten Patienten bestmöglich behandeln zu können. Wir streiken, weil wir mehr Ärzt:innen vor Ort brauchen: Heute gibt es in unserem Land mehr als drei Millionen Bürger ohne Hausarzt. Die ärztlichen Bereitschaftsdienste werden entweder geschlossen oder wegen Personalmangels zusammengelegt. Viele Krankenwagen haben keinen Arzt an Bord. Wir wollen, dass junge Ärzt:innen für diesen Beruf gewonnen werden“, heißt es abschließend.