Coronavirus

Japans Fallzahlen wachsen, Südkorea auf Infektionstiefstand

Südkoreas Gesundheitsbehörden haben die wenigsten Neuinfektionen mit dem Coronavirus an einem Tag seit sieben Wochen gemeldet. Währenddessen hat in Japan die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Menschen die Marke von 5000 überschritten.

 

 

 

red/Agenturen

Zu den Zahlen des ostasiatischen Inselstaates kommen rund 700 infizierte Menschen, die sich an Bord eines Kreuzfahrtschiffes befunden hatten. Rund 110 Tote sind in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt zu beklagen. In Japan sind die Maßnahmen weniger streng als beispielsweise in Deutschland. Trotzdem sind die Zahlen in Japan wesentlich niedriger als in der Bundesrepublik. Analytiker werfen der Regierung in Tokio allerdings vor, deutlich weniger auf Sars-CoV-2 zu testen als andere Länder.

Am Dienstag hatte Regierungschef Shinzo Abe den Notstand für den besonders betroffenen Großraum Tokio sowie einzelne andere Provinzen ausgerufen. Rund 56 Millionen Menschen - etwa 45 Prozent der Gesamtbevölkerung - in Tokio, den Nachbarprovinzen Chiba, Kanagawa und Saitama sowie in den Provinzen Osaka, Hyogo und Fukuoka sind aufgerufen, bis 6. Mai möglichst zu Hause zu bleiben.

Am Donnerstag forderte auch die Provinz Aichi von der Zentralregierung, auch dort den Notstand angesichts steigender Infektionszahlen auszurufen. Aichi ist die Heimatprovinz des japanischen Autoriesen Toyota. Am Freitag wolle man auf eigene Faust einen Notstand ausrufen und die Bürger bitten, abgesehen von nötigen Besorgungen möglichst zu Hause zu bleiben, hieß es.

Die im Zuge des Notstands erfolgten Aufforderungen der Behörden bedeuten in Japan jedoch keine harte Abschottung wie etwa in Frankreich. Weder kann bei Missachtung der Behördenaufforderungen bestraft werden, noch können Firmen gezwungen werden, die Arbeit einzustellen. Tatsächlich gehen weiter viele zur Arbeit, weil ihre Unternehmen kein Homeoffice anbieten oder dies nicht möglich ist.

Südkorea mit Tiefststand

In Südkorea wurden unterdessen nur 39 Neuinfektionen an einem Tag nachgewiesen, zum ersten Mal fiel die Zahl damit seit dem 20. Februar auf unter 40. Bisher wurden im Land 10. 423 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Es wurden 204 Todesopfer in Verbindung mit dem Virus gebracht.

Zuletzt hatten die erfassten Infektionen bei etwa 50 täglich gelegen. Ein deutlicher Abwärtstrend stellte sich bereits im Verlauf des vergangenen Monats ein, nachdem Ende Februar mit mehr als 900 Neuerkrankungen innerhalb von 24 Stunden ein Höhepunkt registriert wurde. Südkorea gilt wegen seines rigiden Testprogramms als Vorbild bei der Bekämpfung des Virus. Knapp 7000 Menschen, die sich infiziert hatten, gelten als genesen.

Trotz rückläufiger Fallzahlen rufen die Gesundheitsbehörden die Bevölkerung auf, die Kampagne zur Vermeidung sozialer Kontakte weiter strikt zu befolgen.