Coronavirus-Folgen

Kärnten startet Online-Angebot für Suizidprävention bei Jugendlichen

Eine neue Homepage bietet ein Angebot für Jugendliche und junge Erwachsene, die sich bei psychischer Belastung anonym Rat und Hilfe holen wollen. Diese habe zugenommen, sagte Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ) auf einer Pressekonferenz am Mittwoch. „Je länger die Krise andauert, desto größer werden die psychischen Belastungen. Kindern und Jugendlichen fehlen die sozialen Kontakte, ihnen fällt die Decke auf den Kopf.“

red/Agenturen

Die Suizidrate in der Bevölkerung sei nach einem Rückgang während der Pandemie wieder angestiegen. „Während der Lockdown-Phasen hat sich die Suizidrate jeweils halbiert“, sagte der Psychiater und Psychotherapeut, Primarius Herwig Oberlerchner.

Auch unter der vulnerablen Gruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen von 15 bis 24 Jahren sei es zu einer Zunahme gekommen: „Das war mitunter der Grund dafür, eine Online-Initiative zu starten. Als Vorbild dafür diente uns das sehr erfolgreiche Südtiroler Best Practice Modell 'Du bist nicht allein'„, erläuterte Prettner. Dabei geht es nicht nur um schwere psychische Störungsbilder, sondern auch einfach um eine Unterstützung durch die Probleme, die die Pandemie für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit sich gebracht hat. „Das Fehlen konkreter (Schul)-Strukturen hat sie müde und antriebslos gemacht. Erschöpfung, Ängste, Essstörungen: Das Spektrum ist groß.“

Laut des Leiters des Gesundheitslandes Kärnten, Franz Wutte, setze die Kampagne „niederschwellig dort an, wo man die Jugendlichen tatsächlich erreichen kann. Es gibt auch kurze Videos mit Tipps, wie man von einer emotionalen Zuspitzung wieder schnell runterkommen kann.“ Er betonte, dass man sich hierbei völlig anonym Rat holen könnte. „Außerdem werden wohnortnahe Kontakt angegeben und immer wieder auf die Krisenhotline 142 verwiesen.“ Zudem werde man im Jänner mit Workshops zu Themen wie Krisenbewältigung, Stressbewältigung, aber auch Trauerbewältigung, in die Schulen gehen. Und das nicht nur für Schülerinnen und Schüler. „Es wird auch Vorträge für Pädagoginnen und Pädagogen sowie Fortbildungsreihen für Institutionen geben“, sagte Wutte.

SERVICE:
Homepage, Krisenhotline 142

HINWEIS:
Sie sind in einer verzweifelten Lebenssituation und brauchen Hilfe? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Dort finden sich auch Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.