Deutschland

Kassenärzte fordern Ende der Finanzierung von Homöopathie

Nachdem in Frankreich Patienten künftig homöopathische Mittel selbst bezahlen müssen, hat der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, auch ein Ende der Finanzierung solcher Leistungen durch die Krankenkassen in Deutschland gefordert.

red/Agenturen

„Es gibt keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit homöopathischer Verfahren“, sagte Gassen der „Rheinischen Post“ aus Düsseldorf vom Donnerstag. Er begrüße deshalb die französische Entscheidung.

Gassen sagte, vor diesem Hintergrund sollten die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland auch grundsätzlich keine Leistungen der Alternativmedizin finanzieren dürfen, auch nicht als freiwillige Satzungsleistung, solange der Nutzen nicht nachgewiesen sei. „Wer homöopathische Mittel haben möchte, soll sie auch bekommen, aber bitte nicht auf Kosten der Solidargemeinschaft.“

Er forderte die Kassen auf, ihre Finanzmittel in die ambulante Versorgung zu leiten, „anstatt vor allem aus Marketingzwecken Beitragsgelder für Homöopathie auszugeben“. In Frankreich werden homöopathische Mittel ab 2021 nicht mehr von der Krankenkasse erstattet. Grund sind massive Zweifel an der Wirksamkeit.

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