Kommunikationskampagne für fünf Mio. Impfmuffel in Italien

Aufklärung für Impfmuffel in Italien: Die Regierung in Rom rechnet derzeit mit fünf Millionen Menschen, die die Corona-Schutzimpfung ablehnen, oder sich nicht zur Immunisierung angemeldet haben. Neben überzeugten Verweigerern gibt es mehrere Unentschlossene, die die Regierung mit einer massiven Kommunikationskampagne zur Impfung bewegen will, berichtete die römische Tageszeitung „La Repubblica“ (Montagsausgabe).

red/Agenturen

Die Regierung rechnet mit einem Anteil von zwölf Prozent der Bevölkerung, der sich nicht impfen lassen will. Hinzu kommen viele Personen, die in isolierten Gegenden leben, vor allem Senioren ohne Internet-Zugang. Nach Berichten über sehr seltene, aber schwere Nebenwirkungen der Vakzine, sei die Skepsis gegenüber der Impfkampagne gewachsen, beklagten Experten. Damit könnte das Kabinett sein Ziel verfehlen, bis Ende September die Herdenimmunität zu erreichen.

Besonders hoch ist der Anteil der Impfverweigerer in den nord-östlichen Regionen des Landes, inklusiv Südtirol. Hier beträgt der Prozentsatz der Impfgegner 18 Prozent, im Rest des Landes seien es zwölf, berichtete der für die Impfkampagne zuständige Regierungskommissar Francesco Paolo Figliuolo.

Über Verzögerungen bei der Impfkampagne beschwert sich der Präsident von Kärntens Nachbarregion Friaul Julisch Venetien, Massimiliano Fedriga. In einem Radio-Interview beklagte Fedriga, dass 40 Prozent der Bewohner seiner Region in der Altersgruppe zwischen 60 und 69 Jahren sich nicht zur Impfung gemeldet haben. 25 Prozent der Menschen zwischen 70 und 79 Jahren hätten sich nicht immunisieren lassen. Auch auf Sardinien läuft die Impfkampagne nicht wie erhofft. „Von 14.000 gebrechlichen Personen, die wir für eine Impfung mit dem Pfizer-Vakzin kontaktiert haben, haben lediglich 3.800 zugesagt", berichtete der Präsident der Region Sardinien, Christian Solinas.

Wegen der Impfmuffel plant die Regierung um Mario Draghi jetzt eine massive Kommunikationskampagne, um die Italiener von der Sicherheit des Serums zu überzeugen. Promis aus dem Showbiz, Sport und Kultur sollen bei der Kampagne eingesetzt werden. „Ich lasse mich impfen, weil...“ lautet der Slogan der Kampagne, an der sich unter anderem Fußball-Ikone Francesco Totti sowie die zur Sport-Staatssekretärin aufgerückte sechsmalige Florett-Olympiasiegerin Valentina Vezzali beteiligen. Auch Fernseh-, Medien-, Kino- und Musikstars sollen der Bevölkerung erklären, warum sie sich zur Impfung entschlossen haben.