Krebshilfe fordert gesetzliche Regelung zur HPV-Impfung

Trotz kostenlosen und vergünstigten Impfprogrammen sei die Durchimpfungsrate in Österreich relativ niedrig, merkte der Krebshilfe-Präsident Paul Sevelda an.

red/Agenturen

Die Krebshilfe fordert eine gesetzliche Regelung zur HPV-Impfung. Infektionen seien für jede fünfte Krebserkrankung weltweit verantwortlich, lautet das Argument. Dabei spielen Humane Papillomaviren (HPV) eine wichtige Rolle. Trotz kostenlosen und vergünstigten Impfprogrammen sei die Durchimpfungsrate in Österreich relativ niedrig, sagte Krebshilfe-Präsident Paul Sevelda am Montag in einer Aussendung.

Krebshilfe-Präsident für „Opt-out“-Lösung statt Impfpflicht

Sevelda empfahl die HPV-Impfung, sprach sich aber gegen eine generelle Impfpflicht aus. „Stattdessen plädiere ich für eine 'opt-out-Lösung'. Das bedeutet, dass es eine gesetzliche Regelung zur HPV-Impfung - und allen anderen Impfungen im Schulimpfprogramm - geben sollte, Erziehungsberechtigte aber die Möglichkeit haben, dem schriftlich zu widersprechen“, erläuterte Sevelda.

Um die Durchimpfungsrate zu erhöhen, fordern Krebshilfe und weitere Experte zudem eine rasche Umsetzung des elektronischen Impfpasses, verstärkte Information von Lehrern, Schulärzten und Eltern durch die zuständigen Ministerien und politisch Verantwortlichen sowie mehr HPV-Impfaktionen zu vergünstigten Preisen, wie sie etwa in Niederösterreich und dem Burgenland durchgeführt werden. Außerdem solle die sogenannte Durchführungsverordnung durch das Gesundheitsministerium umgesetzt werden, um Klarheit und Rechtssicherheit für Schulärzte, Schulen und Eltern zu schaffen.

Seit 2007 gibt es die „Impfung gegen HPV“. Ihre Wirksamkeit und Sicherheit wurde u.a. durch die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) bestätigt. In einer europaweiten Studie wurde laut Krebshilfe das Wissen von 15.000 Personen über HPV erhoben. Die Ergebnisse werden am 4. März anlässlich des „2. Internationalen HPV-Tags“ veröffentlicht.

Impfungen
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