Land Burgenland plant neues Krankenhaus im Bezirk Neusiedl am See

Das Land Burgenland wird im Bezirk Neusiedl am See ein neues Krankenhaus errichten. Das Spital soll den in die Jahre gekommenen Standort in Kittsee ersetzen, der bis zur Fertigstellung weitergeführt wird.

red/Agenturen

Das Projekt starte sofort und solle in den nächsten zehn Jahren realisiert werden, verkündete Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) bei einer Pressekonferenz am Freitag. Man habe sich zu diesem Schritt entschieden, weil der Standort Kittsee in die Jahre gekommen sei und Investitionen von 70 Millionen Euro nötig gewesen wären, um ihn aufrechtzuerhalten, betonte Doskozil. Der Standort sei schon länger zur Diskussion gestanden - auch aufgrund seiner Lage und der Nähe zum Krankenhaus im niederösterreichischen Hainburg.

Der neue Standort soll in der „Achse zwischen Neusiedl und Gols“ liegen, sagte Wolfgang Habacher, Geschäftsführer des Entwicklungs- und Planungsinstituts für Gesundheit (EPIG). Die BELIG (Beteiligungs- und Liegenschafts GmbH) ist laut Doskozil bereits beauftragt und beginnt mit der Standortsuche und ersten Gesprächen. Der Bau eines neuen Krankenhauses sei auch "ein klares Bekenntnis für fünf Standorte im Burgenland", betonte der Landeshauptmann.

Mit dem „Masterplan Burgenlands Spitäler“ habe man sich intensiv mit der Weiterentwicklung des Gesundheitssystems im Burgenland auseinandergesetzt. Das erhoffte Einsparungspotenzial habe man dabei aber nicht gefunden, so Doskozil. „Es gibt aber kostendämpfende Maßnahmen“, sagte er.

Neues Modell gegen Ärztemangel

Die Ambulanz Frauenkirchen werde erhalten bleiben und in die Planung eingebunden. Das neue Krankenhaus werde ein „Standardspital“. Auch in den anderen vier Krankenhäusern seien einige Verbesserungen geplant, betonte Doskozil. Unter anderem werde es einen zusätzlichen Rettungshubschrauber im Bezirk Neusiedl am See und jeweils ein zusätzliches Rettungsfahrzeug im Nord- und Südburgenland geben.

Dem Ärztemangel wollen das Land und die KRAGES (Burgenländische Krankenanstalten-Gesellschaft m.b.H.) mit einem neuen Modell entgegenwirken. Wenn eine Kassenstelle nicht nachbesetzt werden kann, dann werde erwartet, „dass von der Gebietskrankenkasse eine Primärversorgungseinheit ausgeschrieben wird“, so Doskozil. Für diese werde sich dann die KRAGES bewerben und für die Versorgung mit Ärzten im „fachärztlichen und im Hausarztbereich“ sorgen. „Diese Verantwortung wollen wir in der Politik und in der KRAGES übernehmen“, betonte der Landeshauptmann.

Eine Kostenschätzung für das neue Krankenhaus gibt es laut Doskozil noch nicht. Er wünscht sich aber eine möglichst schnelle Realisierung des Projekts. „Wir werden massiven zeitlichen Druck in die Realisierung hineinlegen“, betonte er.

Doskozil
Mit dem „Masterplan Burgenlands Spitäler“ habe man sich intensiv mit der Weiterentwicklung des Gesundheitssystems im Burgenland auseinandergesetzt, so Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ).
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