Coronavirus

Land NÖ setzt auf Covid-Stationen in Kliniken

Das Land Niederösterreich setzt in der Coronakrise nicht mehr wie im Frühjahr auf Covid-Spitäler, sondern auf entsprechende Stationen in derzeit zehn Kliniken. LHStv. Stephan Pernkopf (ÖVP) bezeichnete es am Mittwoch zudem als wichtig, mit den Kapazitäten immer einen Schritt voraus zu sein. Der herbstliche Peak im Bundesland werde Ende November erwartet, verwies die Landesgesundheitsagentur (LGA) auf Simulationsforscher Niki Popper.

red/Agenturen

Aktuell seien 111 Covid-Patienten in Niederösterreich in Spitalsbehandlung, davon 20 auf Intensivstationen, führte Pernkopf aus. Der Höchststand - am 6. April - habe 217 bzw. 57 betragen. Der Landesvize betonte, dass die Spitzenmedizin im Land von Anfang an funktioniert habe, was auch weiterhin der Fall sein werde. Seinerzeit verschobene Operationen seien wieder vollständig aufgeholt.

Aus der ersten Phase sei „gelernt“ worden, erklärte Markus Klamminger, medizinischer Direktor der LGA. An den zehn Klinik-Standorten mit Covid-Stationen stünden jeweils zehn bis 15 Betten zur Verfügung. Zudem werde der ganz normale Betrieb aufrechterhalten. Derselbe Weg werde auch in den Pflege- und Betreuungszentren (PBZ) eingeschlagen. Erkrankte Bewohner, die nicht ins Spital müssten, würden isoliert, blieben jedoch in ihrem jeweiligen Heim.

Teil der Genesenen nicht auch gesund

Poppers Prognosen würden alle zwei Wochen upgedatet, sagte Klamminger weiter. Unter Beibehaltung der Hygienemaßnahmen gehe der Simulationsforscher für Ende November von 150 stationären Covid-Patienten in Niederösterreich aus, davon 25 bis 30 auf Intensivstationen. Der LGA-Direktor setzt „große Hoffnungen“ in eine Impfung „im ersten Halbjahr 2021“, zunächst für vulnerable Bevölkerungsgruppen und das Personal in den Kliniken.

Am Mittwoch waren 110 von 22.000 LGA-Mitarbeitern in den Spitälern des Bundeslandes wegen Covid-19 „dienstverhindert“. 32 von ihnen waren positiv. Für alle Häuser gelte, dass keine Mitarbeiter von Patienten infiziert worden seien.

Zu Behandlungsmöglichkeiten führte Primarius Harald Stingl, Innere Medizin am Landesklinikum Melk, aus, dass das antivirale Medikament Remdesivir durchaus erfolgreiche eingesetzt werde und demnach eine Rolle spiele. Zudem verwies er darauf, dass aufgrund gewonnener Erfahrungen mittlerweile einerseits deutlich mehr Patienten von Intensivstationen ferngehalten bzw. andererseits in häuslicher Therapie belassen werden könnten.

Nicht zuletzt machte Stingl klar, dass ein Teil der Covid-Genesenen nicht auch gesund sei. Bleibende Schäden seien jedenfalls möglich. Covid-gesund, also nicht mehr infektiös, könne man auch auf der Intensivstation sein, ergänzte der Intensivmediziner Christoph Hörmann vom Universitätsklinikum St. Pölten.