Landeshauptmann Platter spricht sich für weniger Tests aus

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) spricht sich für ein Ende der breiten Coronatestung aus. „Ich bin dafür, nur mehr symptomatische Patienten, Risikogruppen und das Personal von kritischer Infrastruktur zu testen“, sagte er gegenüber der Tirol-Ausgabe der „Kronen Zeitung“ (Sonntag). Asymptomatische Personen sollen nicht mehr getestet werden. Zudem sollen Tests nur noch so lange kostenlos sein, wie sie für gewisse Zutritte notwendig sind.

red/Agenturen

Der Landeshauptmann betonte, dass Testen nicht vor hohen Infektionszahlen schütze. Der Tiroler Infektiologe Günter Weiss pflichtete Platter bei: Österreich mache rund zehn Mal so viele Tests wie Deutschland, habe aber bezogen auf die Bevölkerung die gleichen Infektionszahlen und Hospitalisierungsraten bzw. Todesfälle.

Platter verwies auch auf den finanziellen Aspekt der Testungen. „Wir werden es uns nicht leisten können, jedes Jahr Milliarden für Coronatests auszugeben“, sagte der Landeshauptmann. 2021 gab der Staat geschätzt zwischen 1,6 und 1,8 Milliarden Euro für Coronatestungen aus.

Spitalsbelegung in Tirol stabil, Omikron-Cluster in Heim

In Tirol ist die Zahl der Corona-Infizierten in den vergangenen 24 Stunden zurückgegangen. Am Sonntagvormittag standen 1.574 Neuinfektionen 1.793 Genesungen gegenüber, damit galten 27.362 Menschen im Bundesland als aktiv positiv. Darunter befanden sich auch 50 Bewohner und Mitarbeiter eines Heims in Innsbruck. 130 Corona-Kranke (minus zwei gegenüber dem Vortag) wurden im Spital behandelt, davon 19 weiter auf der Intensivstation. Eine weitere Person starb an oder mit Corona.

Beim Omikron-Cluster im Wohnheim Saggen waren 32 Bewohner (darunter zwei Ungeimpfte) und 16 Mitarbeiter betroffen. Es habe noch kein Erkrankter in die Klinik eingewiesen werden müssen, hieß es in einer Aussendung der Stadt. „Wir hoffen, dass die milden Verläufe weiter so anhalten“, sagte Johannes Anzengruber, Innsbrucker Gesundheits- und Sozialreferent. Die Ausfälle beim Betreuungspersonal könnten kompensiert werden, falls es in den nächsten Tagen nicht zu weiteren Spitzenwerten bei Infektionen im Personalbereich komme. Für das Heim wurde ein vorübergehendes Besuchsverbot verhängt.

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in Tirol laut AGES mit Stand Sonntag mit 3.037,5 deutlich über dem Österreich-Wert von 2.504,4. Der Bezirk Landeck wies mit 3.995,9 die höchste Inzidenz auf, gefolgt vom Bezirk Imst mit 3.722,8 und dem Bezirk Kufstein mit 3.682,0.

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