Spitäler

Lorenz-Böhler-Spital: Von Zusperren keine Rede mehr

Die geplante Schließung des Lorenz-Böhler-Spitals (Traumazentrum Wien – Standort Lorenz Böhler) scheint vom Tisch zu sein. Das Krankenhaus wird als Grundversorgungsspital weitergeführt, mit Ambulanz und Tagesklinik, für Patientinnen und Patienten mit weniger schweren Verletzungen. Ein Schwerpunkt würden künftig planbare und rekonstruktive Operationen sein, so der ärztliche Direktor Roland Frank in einem Interview mit Radio Wien.

red

Die Zahl der Akutbetten werde längerfristig reduziert, die Zahl der Nachsorgebetten erhöht. Das alles passiere in Abstimmung mit der Stadt Wien, so Frank weiter. Man wolle die Traumaversorgung in Wien ökonomisch und sinnvoll organisieren.

Schwerstverletzte werden von der AUVA schon länger nur im Unfallkrankenhaus Meidling (Traumazentrum Wien – Standort Meidling) behandelt. Nachdem dort der Landeplatz für die Rettungshubschrauber umgebaut werden muss, wird ab Februar an einem Tag pro Woche wieder das Lorenz-Böhler-Spital angeflogen, hieß es. Der mittlerweile stillgelegte Schockraum wird zumindest vorübergehend reanimiert.

Die Wiener Ärztekammer hatte im vergangenen Jahr mit heftiger Kritik auf die Pläne der AUVA reagiert. Unter anderem wäre dabei eine Aufteilung der Zuständigkeiten vorgesehen gewesen: Das Krankenhaus Meidling hätte die Unfallchirurgie übernommen und das Unfallkrankenhaus Lorenz Böhler Ambulanz und Nachsorge, allerdings inklusive Job-Rotation für das Personal. „Diese Rotation bringt keine ‚Verbesserung der Fachkenntnisse’, wie kolportiert wurde, sondern führt nur zur Zerstörung von gut eingespielten Teams und damit zu einem Qualitätsverlust“, kritisierte Wolfgang Weismüller, Obmann der Kurie angestellte Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, diese Pläne.