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Coronavirus

Mehr als 10 Millionen Infizierte, Hilfszusagen von 6 Milliarden

Während das Corona-Virus in Europa zumindest als eingedämmt gilt, breitet es sich weltweit weiter aus. Weltweit sind inzwischen über zehn Millionen SARS-CoV-2 Infizierte gemeldet worden. Rund 500.000 Menschen sind an Covid-19 gestorben. Die Zahl der täglichen gemeldeten Corona-Neuinfektionen ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf einen neuen Rekordwert geklettert. Binnen 24 Stunden seien weltweit 189.000 neue Fälle gemeldet worden.

red/Agenturen

Die Zahl von zehn Millionen weltweit Infizierten (10,1 Mio.,Stand Montag früh) liegt etwa beim Doppelten der jährlich von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) registrierten schweren Grippe-Fälle. Die Todeszahl in den etwa sieben Monaten der Corona-Pandemie entspricht etwa der Todesrate durch die Influenza in einem Jahr. Brasilien meldete zuletzt fast 40.000 neu Infizierte und kommt insgesamt nun auf über 1,3 Millionen Fälle. Die Zahl der Toten wurde dort mit 57.622 angegeben. Russland spricht von rund 633.563 Infektionen und mehr als 9.060 Opfern. An dieser vergleichsweise geringen Todesrate werden aber immer wieder Zweifel angemeldet.

Der am stärksten von der Pandemie betroffene Kontinent ist aber weiterhin Europa: Dort wurden inzwischen mehr als 2,6 Millionen Infektionen und fast 196.000 Todesfälle registriert. Die Statistik der am schwersten betroffenen Länder wird hingegen von den USA angeführt, wo mehr als 2,5 Millionen Menschen positiv auf das Virus getestet wurden und 125.803 gestorben sind.

Weltweit wurden allein den vergangenen sechs Tagen eine Million Neuinfektionen gemeldet. Weil die Teststrategien in den einzelnen Ländern so unterschiedlich sind und weil in vielen Staaten der Erde dafür auch gar nicht die Kapazitäten zur Verfügung stehen, dürfte die reale Zahl der Covid-19-Betroffenen deutlich höher liegen.

Unter den Ländern mit besonders vielen Neuinfektionen ragen erneut Brasilien und die USA heraus. In Brasilien wurden laut WHO 46.860 neue Fälle verzeichnet. In den USA seien es 44.458 gewesen. Den weltweit dritthöchsten Anstieg in der jüngsten Tabelle hatte Indien mit 19.906 Fällen.

Deutlich positiver schneidet nach der WHO-Tabelle Österreich mit 64 registrierten Neuinfektionen binnen eines Tages ab. Für Deutschland liegt der Wert bei 262, für Italien bei 175, für Spanien bei 569. In Großbritannien steckten sich binnen 24 Stunden mindestens 890 Menschen mit dem Coronavirus an.

China meldet Erfolgsergebnis rund um Impfstoff

Beim internationalen Spendenmarathon gingen am Wochenende Hilfszusagen von insgesamt 6,15 Milliarden Euro ein, wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mitteilte. Deutschland versprach 383 Millionen Euro. Insgesamt nahmen 40 Regierungen an dem virtuellen Gipfel teil. Mit dem Milliardenbetrag soll unter anderem die Entwicklung eines Impfstoffes gegen die Krankheit vorangetrieben werden.

Die chinesische Firma CNBG meldete am Wochenende mit einem Coronavirus-Impfstoffkandidaten ermutigende Testergebnisse am Menschen. Die Resultate deuteten darauf hin, dass der Impfstoff sicher und wirksam sein könnte, teilte China National Biotec Group (CNBG) mit. Das Medikament habe bei allen geimpften Testpersonen der klinischen Studie, an der 1.120 gesunde Menschen teilnahmen, eine hochgradige Antikörper-Produktion ausgelöst.

In Deutschland wurden am Sonntag vom Robert-Koch-Institut  262 Neu-Infektionen gemeldet. Die Zahl der infektiösen oder akut erkrankten Menschen steigt in Deutschland seit Wochen wieder leicht an. Nachdem sie zeitweise unter 5.000 gelegen war, sind es jetzt wieder etwas unter 7.000.

Vor allem die Ausbrüche in Schlachthöfen hatte die Zahlen steigen lassen. EU-Sozialkommissar Nicolas Schmit sprach sich für bessere Arbeitsbedingungen in der ganzen EU aus. „Andere EU-Mitgliedsländer haben schon vor Jahren Beschwerden über die deutsche Fleischindustrie wegen unlauteren Wettbewerbs eingereicht. Aber sozial schlecht gesicherte und diskriminierte Saisonarbeiter gibt es nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen EU-Staaten“, sagt er den Zeitungen der deutschen Funke-Mediengruppe. Schmit kündigte Leitlinien an und notfalls eine EU-Richtlinie, sollten Sozialstandards weiter umgangen werden.

Tschechien mit Infektionsherd in Industrieregion

Tschechien hat unterdessen die höchste tägliche Zahl an Coronavirus-Neuinfektionen seit Anfang April registriert. Am Sonntag wurden 305 bestätigte Erkrankungsfälle gemeldet, während es am Samstag noch 260 gewesen waren.

Nach Einschätzung von Gesundheitsminister Adam Vojtech handelt es sich nicht um eine zweite Welle. Grund für den sprunghaften Anstieg sei ein lokaler Infektionsherd in der Industrieregion Mährisch-Schlesien, sagte der 33-Jährige am Montag. Dort finden derzeit Reihenuntersuchungen unter Bergleuten des staatlichen Steinkohleförderers OKD statt.

Während die Corona-Maßnahmen im Rest des Landes weiter gelockert werden, kommt es in der östlichen Region zu Verschärfungen. Unter anderem sind dort bis auf Widerruf nur Versammlungen von bis zu 100 Menschen zulässig. Zudem gilt die Mundschutzpflicht weiter, die im Rest des Landes ab Mittwoch, 1. Juli, bis auf wenige Ausnahmen entfällt.

Als stabil schätzt das Gesundheitsministerium die Entwicklung in der Hauptstadt Prag ein, die bei Touristen wegen ihrer historischen Bausubstanz beliebt ist. In Tschechien wurden bisher 348 Todesfälle mit der Lungenkrankheit Covid-19 in Verbindung gebracht.

 

Corona_Exit
Weltweit wurden allein den vergangenen sechs Tagen eine Million Sars CoV-2 Neuinfektionen gemeldet.
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