Neue Kassenpraxis für chronische Wunden in Wien-Donaustadt

In Wien-Donaustadt eröffnet eine neue Gruppenpraxis mit Kassenvertrag und speziellem Fokus: Das dort ordinierende Ärzte-Trio kümmert sich nämlich vorrangig um die Behandlung chronischer Wunden. Bis zu 1.000 Patienten könnten dort pro Jahr behandelt werden, sagte Alois Bachmeier, Chef der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK), am Montag in einer Pressekonferenz. Die Wundordination eröffnet am Mittwoch.

red/Agenturen

Untergebracht ist die Spezialambulanz im Gesundheitszentrum „MED22" (Stadlauer Straße 62). Das Angebot richtet sich vorrangig an Diabetes-Betroffene. Denn im Krankheitsverlauf leiden eine Reihe von Diabetikern an schlecht oder schwer heilbaren Wunden im Fußbereich. Dieser „diabetische Fuß“ kann irgendwann eine Abnahme nötig machen. Durch Prävention und Vorsorge will die Praxis auch dazu beitragen, diese „leider immer noch hohe Amputationszahl“ zu reduzieren, erklärte Mitbetreiber Adalbert Strasser. Auch Menschen mit Gefäßerkrankungen gehören zur Zielgruppe.

Die Gruppenpraxis, die auch über diplomiertes Pflegepersonal mit Spezialisierung auf Wundmanagement verfügt, hat mindestens 40 Stunden pro Woche offen. Damit sollen Wartezeiten verringert werden. Eine Terminvergabe sei binnen zehn Tagen vorgesehen, hieß es heute. An Feiertagen unter der Woche steht ebenfalls ein Journaldienst zur Verfügung. Außerdem führen die Mediziner Hausbesuche durch und betreuen umliegende Pensionistenwohnheime. Durch das neue Angebot sollen zudem Spitalsambulanzen entlastet werden. „Wir liegen ungefähr in der Mitte zwischen der Klinik Floridsdorf und der Klinik Donaustadt“, betonte Strasser.

Der Standort in der Donaustadt ist das erste Wundzentrum Wiens in dieser Form. Ein weiteres soll aber demnächst folgen. Die Ausschreibung sei bereits erfolgt, der Vertrag kurz vor der Unterschrift, versicherte WGKK-Obmann Bachmeier. Wie viele Betroffene es in diesem Spezialbereich eigentlich gibt, ist nicht so leicht zu sagen. Denn die Datenlage über Patienten mit Wundheilungsstörungen ist laut Strasser hierzulande „nicht unbedingt vorhanden“. Auch hier soll die neue Praxis ein Zahlenfundament liefern.