Neues Ordinationsmodell in OÖ soll Wartezeiten verkürzen

Die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse (OÖGKK) und die Ärztekammer haben ein neues Modell für Ordinationen entwickelt, um somit Wartezeiten auf Termine zu verkürzen. Mit der sogenannten Erweiterten Vertretung kann ein Kassenstelleninhaber einen Kollegen ohne Vertrag in einem freien Dienstverhältnis beschäftigen, hieß es in den Pressunterlagen am Mittwoch.

red/Agenturen

Zwei Varianten der Erweiterten Vertretung sollen dazu dienen, den Zusatzbedarf in einer Ordination abzudecken. So könne ein Vertragsarzt in Oberösterreich jetzt zwischen einer unbefristeten und einer befristeten gemeinsamen Tätigkeit mit einem Kollegen wählen. Vor allem mit dem zweiten Modell erhoffen sich ÖGKK und Ärztekammer „kurzfristig ein schnelleres Abarbeiten von angestauten Terminwartezeiten oder die Versorgung von Patienten einer unbesetzten Stelle“.

Ob weiter ein erhöhter Bedarf an medizinischer Versorgung besteht, werde spätestens nach einem Jahr ermittelt. Eine Fristverlängerung des freien Dienstverhältnisses mit einem Nichtvertragsarzt muss dann neuerlich beantragt werden. „Die OÖGKK unterstützt diese Form der Erweiterten Vertretung mit zusätzlichen Mitteln durch eine Sonderhonorierung für den Vertragsarzt“, teilte die Krankenkasse mit.

Kassenarzt kann Kollegen ohne Vertrag über freies Dienstverhältnis beschäftigen

Das Modell der unbefristeten Tätigkeit richte sich an jene Kassenärzte, in deren Ordinationen zum Beispiel aufgrund der demografischen Entwicklung das Patientenaufkommen dauerhaft hoch ist. In diesen Fällen bestehe in der Regel ein höherer Versorgungsschlüssel, den die OÖGKK dem Kassenarzt verrechnet. Eine Sonderhonorierung erfolge aber nicht.

Zusätzlich wurde noch ein dritte Variante geschaffen, die sich in erster Linie an niedergelassene Ärzte richtet, die kürzertreten wollen. Beim Jobsharing teilen sich die Mediziner desselben Faches die Ordinationszeiten auf. Allerdings muss der Kassenarzt - wie bei allen Formen der Erweiterten Vertretung - mehr als die Hälfte der Zeit anwesend sein.

„Die Mitarbeit in einer Vertragsarztpraxis wird künftig ohne viel Bürokratie und damit unter relativ einfachen Bedingungen möglich sein. Dies führt für die Kolleginnen und Kollegen in der Niederlassung hoffentlich zu einer Entlastung“, meinte Vizepräsident und Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte der oö. Ärztekammer Thomas Fiedler. OÖGKK-Obmann Albert Maringer sieht in der Erweiterten Vertretung für Vertragsärzte „völlig neue Freiheiten - für eine bessere Work-Life-Balance und alters- und familiengerechtes Arbeiten.“

PHC
SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner will ein Modell, dass beim Allgemeinmediziner sowie beim Facharzt (nach Überweisung) der Patient sofort angenommen werden muss.
Stefan Seelig