Coronavirus

Noch Kapazitäten in Wiens Spitälern

In Wien gibt es einen mehrstufigen Versorgungsplan, der regelt, wie und wo Kapazitäten für Covid-Patientinnen und -Patienten freigemacht werden. Abhängig von der jeweiligen Stufe werden weitere Bettenkapazitäten geschaffen. Engpässe gibt es in Wien aktuell nicht, versicherte eine Sprecherin des Wiener Gesundheitsverbundes der APA am Dienstag: „Bei uns werden alle Patienten, die akut ein Spitalsbett brauchen, die spitalspflichtig sind, auch behandelt.“

red/Agenturen

In Wien gebe es definitiv keine Triage in dem Sinne, dass ausgewählt wird, ob und welche Patientinnen und Patienten behandelt werden, unterstrich die Sprecherin: „Wenn jemand ein Intensivbett braucht, wenn sein Gesundheitszustand derart ist, dass er ein Intensivbett benötigt, dann bekommt er es auch. Lässt aber der Gesundheitszustand es zu, auf ein Normalbett verlegt zu werden, dann werden die Personen verlegt. Entscheiden tut das letztendlich der Arzt im Einzelfall. Das ist eine individuelle Entscheidung des behandelnden Teams.“ Sie könne auch ausschließen, dass Personen, die ein Intensivbett brauchen würden, in Normalbetten liegen.

Beim Covid-Versorgungsplan wird die Planung der Spitalskapazitäten mit dem laufenden Monitoring der Auslastung der Covid-Versorgungsbereiche kombiniert. Das erlaubt es, bei steigendem Bedarf ausreichend Kapazitäten rasch zur Verfügung zu stellen und umgekehrt wieder für die Regelversorgung sicherzustellen. Ein Kernstück des Konzepts ist die Zusammenarbeit der städtischen Häuser mit den Privat- und Ordensspitälern.

Aktuell befindet man sich in Wien im Normalbettenbereich bei Stufe fünf und im Intensivbettenbereich bei Stufe vier von sechs. Das bedeutet, dass aktuell 150 Intensiv- und 600 Normalbetten für Covid-Patientinnen und -Patienten zur Verfügung stehen. Belegt sind derzeit 126 Intensiv- und 471 Normalbetten. Sollten diese Kapazitäten erschöpft sein, könne man schrittweise weitere Betten freimachen, hieß es.

„Die Situation ist angespannt. Unsere Mitarbeiter geben alles um Tag und Nacht für die Patientinnen und Patienten dazu sein. Es ist durchaus eine herausfordernde Situation für uns, auch wenn es noch Luft nach oben gibt. Das ist doch schon eine Anzahl von Patientinnen und Patienten, die uns stark in Anspruch nimmt“, berichtete die Sprecherin.

Der stufenartige Versorgungsplan umfasst auch die Privat- und Ordenskrankenhäuser. Es werden nun nicht mehr nur in den städtischen Anstalten, sondern auch in weiteren Spitälern Covid-Patientinnen und -Patienten behandelt. Aktuell sind dies das Krankenhaus Göttlicher Heiland und das Spital der Barmherzigen Schwestern.

Laut einer Sprecherin der Vinzenz-Gruppe, in der die Ordensspitäler zusammengefasst sind, werden dort insgesamt 30 mit dem Coronavirus infizierte Personen in Normalbetten und sechs in Intensivbetten betreut, wie es auf APA-Nachfrage hieß. Auch in den Ordensspitälern gebe es noch weitere Kapazitäten, wurde versichert.

Derzeit genug Kapazitäten in Burgenlands Spitälern

Auch in den burgenländischen Krankenhäusern sind derzeit ausreichend Kapazitäten für die Behandlung von Covid-19-Patienten vorhanden. In Eisenstadt wurde zusätzlich zur bestehenden Infektionsstation mit 27 Betten eine zweite mit 20 Betten geschaffen, teilte eine Sprecherin des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder am Dienstag auf APA-Anfrage mit. In den Spitälern der KRAGES (Burgenländische Krankenanstalten Ges.m.b.H.) wurden einzelne Zimmer umgewidmet.

Um ausreichend Personal für die Betreuung der Covid-19-Patienten zur Verfügung zu haben, wurden außerdem die Betten in Normalstationen reduziert, sagte die Sprecherin der Barmherzigen Brüder. Auch geplante, nicht dringliche Operationen würden abgesagt oder verschoben. Der Ambulanzbetrieb bleibe aber mit Terminvereinbarung aufrecht.

In Hinblick auf die Kapazitäten müsse man nicht nur auf Betten, sondern auch auf Zimmer schauen, sagte ein Sprecher der KRAGES gegenüber der APA. Neben der Inneren Medizin habe man deshalb auch auf anderen Stationen einzelne Zimmer zu Covid-19-Zimmern gemacht, um dort etwa Infizierte, die aufgrund einer anderen Grunderkrankung behandelt werden müssen, zu betreuen. Die Kapazitäten seien derzeit noch nicht zur Hälfte belegt.

Die Betten seien aber nicht so zentral wie das Personal, hieß es. Dieses sei am ehesten der „Engpass-Faktor", zumal insbesondere Intensivmediziner und Pflegepersonal für die Intensivstationen nicht schnell angelernt werden könne. Derzeit habe man aber auch in diesem Bereich ausreichend Kapazitäten, so der KRAGES-Sprecher. In den Krankenhäusern hoffe man jedenfalls auf die Trendwende durch die gesetzten Maßnahmen der Bundesregierung. Dann müssten die getroffenen Vorkehrungen wohl nicht ausgeschöpft werden.