Impfung

NÖ Ärztekammer kritisiert geplante Impfstoffverteilung

Die Ärztekammer für Niederösterreich kritisiert die geplante Impfstoffverteilung im Bundesland. In den 20 zu errichtenden Impfzentren sollen künftig Vakzine von BioNTech/Pfizer und Moderna angewendet werden, während Hausärzte Dosen von AstraZeneca und Johnson & Johnson bekommen. Präsident Christoph Reisner und Vizepräsident Dietmar Baumgartner forderten am Freitag, dass alle verfügbaren Impfstoffe wie bisher in Ordinationen, Impfstraßen und -zentren angeboten werden.

red/Agenturen

„Nur so ist eine wohnortnahe und unkomplizierte Covid-Schutzimpfung für die Bevölkerung an sehr vielen Orten in Niederösterreich möglich", betonten die beiden Mediziner in einer Aussendung. Bisher wurden den Angaben zufolge mehr als 376.000 Dosen im Bundesland verimpft, der Großteil davon in den Räumlichkeiten der Hausärzte. Derzeit geben rund 500 Mediziner Spritzen gegen das Coronavirus in ihren Ordinationen, demnächst sollen es 700 sein.

Die Koordination und Einteilung des Impfstoffes läuft über Notruf NÖ. Die Ärztekammer kritisierte, dass Ordinationen „ausgespielt und ausgehungert“ würden. Baumgartner warnte vor dem Szenario, dass „der in der Bevölkerung weitaus beliebtere Impfstoff der Firma Pfizer“ künftig nur mehr in 20 Landesimpfzentren zur Anwendung kommen soll: „Es ist leicht vorhersehbar, wo sich die Bevölkerung dann zur Impfung anmelden wird. Nicht in einer der 700 Ordinationen, sondern in einem der 20 Impfzentren. Dafür müssen längere Wege in Kauf genommen werden und man kennt den impfenden Arzt nicht.“ Schon jetzt sehe man, dass sich einige abmelden oder nicht erscheinen, wenn sie erfahren, dass sie mit dem AstraZeneca-Vakzin geimpft werden sollen. Die niedergelassenen Mediziner haben laut Ärztekammer in den vergangenen „Monaten bewiesen, dass die Handhabung mit jeder Art von Impfstoff, egal ob mRNA oder Vektorimpfung, bestens funktioniert und es keinerlei Probleme dabei gibt".