Novartis-Chef sieht Medikamentenpreise in den USA am Limit

Novartis-Chef Vasant Narasimhan mahnte neue Vergütungsmodelle für neue und teure Behandlungen wie etwa Gen- und Zelltherapien an. Er richtet Novartis im Eiltempo neu aus und setzt auf spezialisierte, auf Patienten abgestimmte Arzneien und neue Behandlungsansätze.

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red/Agenturen

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis sieht bei den Medikamentenpreisen im weltgrößten Gesundheitsmarkt USA die Decke erreicht. „Bei Novartis sehen wir Netto-Preiserhöhungen nicht länger als einen sinnvollen Betrag zu unserer langfristigen Planung“, sagte Novartis-Chef Vasant Narasimhan am Mittwoch in New York der Nachrichtenagentur Reuters.

Weiters hielt der Pharmamanager fest: „Wir müssen unter der Annahme arbeiten, dass die Nettopreise quer über unser Portfolio minimal bis niedrig einstellig wachsen.“

Am Behandlungsresultat orientierte Preisgestaltung

Narasimhan mahnte neue Vergütungsmodelle für neue und teure Behandlungen wie etwa Gen- und Zelltherapien an. „Ich glaube, wir werden tatsächlich mit einem neuen Ansatz für einmalig zu verabreichende, maßgeblich transformierende Arzneien kommen.“ Die Kostenerstattung über einen längeren Zeitraum statt eine einmalige Zahlung müsse möglich sein. Am Behandlungsresultat orientierte Preisgestaltung werde ein Pfeiler von Gen- und Zelltherapien sein, erklärte Narasimhan. „Wir brauchen einen Mechanismus, um sagen zu können: Diese Gentherapie hat nicht gewirkt, also wird das Unternehmen nicht bezahlt.“

Der Novartis-Chef rechnet mit einem Wachstum des Geschäfts in einer Spanne von vier bis sechs Prozent und bekräftigte damit die in der Vorwoche veröffentlichte Jahresprognose. Schub verleihen sollen in den kommenden Jahren vor allem neue, zum Teil noch in der Entwicklung steckende Arzneien.

Der 42-jährige Amerikaner, der seit einem Jahr an der Konzernspitze steht, richtet Novartis im Eiltempo neu aus. Er setzt auf spezialisierte, auf Patienten abgestimmte Arzneien und neue Behandlungsansätze wie Gentherapie. Hingegen trennt sich der Konzern aus Basel von der Augenheilsparte Alcon. Er hat sich aus dem Geschäft mit rezeptfreien Arzneien zurückgezogen sowie ein US-Generika-Portfolio und experimentelle Antibiotika verkauft.

Novartis
Novartis-Chef Vasant Narasimhan, der seit einem Jahr an der Konzernspitze steht, richtet Novartis im Eiltempo neu aus. Er setzt auf spezialisierte, auf Patienten abgestimmte Arzneien und neue Behandlungsansätze wie Gentherapie.
Andrew Hecht https://www.flickr.com/photos/americanidle/168419381/