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Oberösterreich führt Maskenpflicht wieder ein

In Oberösterreich gilt ab Donnerstag im öffentlichen Raum wieder Maskenpflicht. Das gaben Landeshauptmann Thomas Stelzer und Gesundheitsreferentin Christine Haberlander (beide ÖVP) heute bekannt. In den Amtsgebäuden gilt die Maskenpflicht bereits seit heute, Dienstag. Der Schritt folgt wegen des Anstiegs der Coronavirus-Fälle in dem Bundesland. Die Reproduktionszahl, die bundesweit bei 1,37 lag, betrug im Bundesland 2 - allerdings war man in der Vorwoche bereits bei 2,7 gewesen.

red/Agenturen

In Österreich führt als erstes Bundesland Oberösterreich nach einem spürbaren Anstieg der Corona-Infektionen die Maskenpflicht wieder ein. Von Donnerstag an müssten die Bürger wieder einen Mund-Nasen-Schutz unter anderem beim Betreten von Läden und in Lokalen auf dem Weg zum Tisch tragen, sagte Landeschef Stelzer am Dienstag in Linz. Die Gäste von Lokalen würden auf freiwilliger Basis gebeten, ihre Kontaktdaten zu hinterlassen. „Es ist ein Anstieg, der uns besorgt und uns natürlich auch nicht tatenlos zusehen lässt“, sagte Stelzer.

Im Freien solle man den Sicherheitsabstand einhalten. Wo das nicht möglich ist, müsse ebenfalls eine Maske verwendet werden. Seit Dienstag muss man in oberösterreichischen Amtsgebäuden bereits verpflichtend Mund-Nasen-Schutz tragen. Grund sind die zuletzt stark steigenden Covid-19-Fallzahlen.

Im Bundesland seien aktuell 427 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Laut Behörden sind rund 3000 Menschen unter Quarantäne. Die Reproduktionszahl, die angibt, wie viel Personen durch einen Infizierten angesteckt werden, liege bei 2,0. „Das ist einfach zu viel“, sagte Stelzer. In ganz Österreich liegt dieser Wert laut Stelzer bei 1,37. Oberösterreich ist mit knapp 1,5 Millionen Einwohnern bevölkerungsmäßig das drittgrößte Bundesland.

Lockdown soll vermieden werden

Die Verordnung trete zunächst ohne zeitliche Begrenzung in Kraft, sagte Stelzer. Die Maßnahme sei mit der Bundesregierung und Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) abgestimmt. Sie solle dazu dienen, schärfere Schritte wie einen Lockdown im Bundesland zu vermeiden. „Wir setzen darauf, dass das gelingen wird.“ Ein wesentlicher Cluster sei weiterhin im Umfeld einer Freikirche zu verorten, hieß es.

Schon seit vergangenem Freitag hat das Bundesland seine Schulen und Kindergärten wieder geschlossen. Stelzer warnte nach Erfahrungen mit Infizierten vor heimkehrenden Urlaubern aus dem Westbalkan. Hier bestehe offenbar eine erhöhte Gefahr. Österreich hat für die sechs Länder des Westbalkans bereits die höchste Reisewarnstufe verhängt.

Freiwilliges Registriersystem in der Gastronomie

Zusätzlich hat der Landeshauptmann speziell für die Gastronomie ein „freiwilliges Registriersystem“ empfohlen. Als Beispiel diene ihm Bayern, wo Wirte an den Eingängen Listen ausgelegen, in die die Gäste ihre Kontaktdaten eintragen können, meinte er.

Am Dienstag liefen mit Vertretern der Wirtschaftskammer und der Gastronomie noch entsprechende Abstimmungsgespräche. Ziel ist es laut Stelzer, ein einheitliches System für alle Lokale zu entwickeln. Die Bekanntgabe eines Kontaktes von den Gästen erleichtere im Falle eines Corona-Verdachts ein rasches Ermitteln der Infektionskette. Ob und wann diese freiwillige Registrierung auch in Oberösterreich kommt, stand am Dienstag noch nicht fest.

Mauthausen: Kindergarten, Freibad, Spielplätze gesperrt

Nach der behördlichen Schließung des Kindergartens in Mauthausen (Bezirk Perg/OÖ) wegen positiv Covid-19-Getesteten hat die Gemeinde das Freibad, Spielplätze sowie öffentliche Grünanlagen gesperrt. Dienstagvormittag waren laut Amtsleitung aus dem Kindergarten acht Infektionen gemeldet. Die restriktiven Maßnahmen dienen dazu, den Cluster möglichst klein zu halten. Die autonom von der Gemeinde verordneten Schließungen gelten für die kommenden Tage, um zu verhindern, dass sich die Kinder anstatt im Kindergarten nun auf den Spielplätzen oder im Freibad treffen.

Sollten bis zum Wochenende keine „wesentlichen Neuerkrankungen“ vorliegen, werde eventuell wieder aufgesperrt, teilte die Gemeinde weiter mit. Außerdem empfahl Bürgermeister Thomas Punkenhofer (SPÖ) „allen Vereinen und Institutionen in den kommenden Tagen von Veranstaltungen in Mauthausen abzusehen“. Der Bezirk Perg gehört zu jenen Bezirken, in denen die Zahl der Erkrankten wieder deutlich gestiegen ist. Sie betrug Dienstagvormittag 32.

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Nachdem zuletzt die Zahl der Coronavirus-Fälle in Österreich wieder angestiegen ist, wurde die Maskenpflicht wieder verschärft.
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