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Corona-Pandemie

Platter sieht Tirol „von Sondermaßnahmen weit entfernt“

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) sieht das Bundesland im Vorfeld der geplanten Öffnungen Mitte Mai trotz der besonders in Tirol auftretenden britischen Coronavirus-Variante B1.1.7-E484K „von Sondermaßnahmen weit entfernt“. Platter verwies im Rahmen einer Pressekonferenz am Dienstag auf die „stabile Lage“ in den Spitälern und eine „sinkende Tendenz“ beim Infektionsgeschehen.

red/Agenturen

Er gehe davon aus, dass Tirol „genau so wie jedes andere Bundesland am 19. Mai die Öffnungsschritte unternehmen wird“, so der Landeschef. Mit einer Inzidenz von aktuell 197,1 läge man deutlich unter dem Wert von vor einer Woche mit 220. 109 Corona-Infizierte würden derzeit in den Spitälern behandelt, vor einer Woche waren es 128. Zudem nahm Platter einmal mehr auf die Lage auf den Intensivstationen Bezug. Über 180 Intensivbetten stünden in Tirol zur Verfügung, nur 33 seien momentan mit Corona-Patienten belegt. Im vergangenen Dezember seien es noch mehr als 80 gewesen, so der Landeschef. Er sei froh, dass man sich österreichweit darauf verständigt habe, die Lage in den Spitälern als „wichtigste Messlatte“ zu sehen, betonte Platter: „Da haben wir seit Wochen eine absolut stabile Situation“.

„Ich glaube, dass die Bedeutung der Inzidenzzahl mit der Steigerung der Impfrate und auch mit der Zahl der Genesenen an Bedeutung verliert“, fügte LH-Stv. Ingrid Felipe (Grüne) ergänzend hinzu. Sie erachte es als wichtig, „dass nicht nur die Bundesregierung und die Landeshauptleute, sondern auch die breite Öffentlichkeit erkenne, dass die Inzidenzzahl ein unvollständiges Abbild der Realität sei“. Das „Schielen auf die Inzidenzzahl“ sei zu wenig, meinte Felipe - „sonst kommen wir nicht mehr raus aus diesem Theater“.

Die besonders in Tirol in Erscheinung tretende britische Coronavirus-Variante B1.1.7-E484K ist stark zurückgegangen. Während am Montag noch 800 Fälle gemeldet worden waren, verzeichnete man am Dienstag nach aktuellen Auswertungen noch 729, hieß es seitens des Corona-Einsatzstabes des Landes. Vor rund einer Woche waren noch 954 Varianten-Fälle gemeldet worden.

Die Verantwortlichen des Einsatzstabes sprachen von einer „deutlich sinkenden Tendenz“. Auch in den Spitälern machte sich die Briten-Variante weiter kaum bemerkbar: Nach wie vor zwei von 33 Intensivpatienten waren B1.1.7-E484K zuzuordnen, 21 der herkömmlichen britischen Virusmutation B.1.1.7.

Wegen des Auftretens der mutierten Variante war zuletzt die Ausreisetestpflicht für Tirol bis zum 5. Mai verlängert worden. Zudem verwiesen die Verantwortlichen auf „zahlreiche weitere regionale und lokale Testpflichten“ und einen „strengen Standard beim Contact Tracing“.