Corona-Krise

Reha-Zentren entlasten Akutspitäler nun auch in Wien und Niederösterreich

Der Druck auf Intensivstationen durch Covid-19 hält an: Nach Salzburg und Oberösterreich entlasten nun auch in Wien und Niederösterreich Rehabilitationszentren die Akutspitäler. Die Reha-Zentren der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) in Bad Tatzmannsdorf, Laab im Walde, Felbring und Hochegg haben bereits Kranke übernommen oder bereiten sich darauf vor. Sie übernehmen vor allem von einer nicht planbaren Erkrankung Betroffene, für die es dort die geeignete Ausstattung gibt.

red/Agenturen

Seit Mitte November stehen fünf PVA-Reha-Zentren in Großgmain, Saalfelden, Bad Hofgastein, Weyer und Bad Schallerbach zur Entlastung von Akutspitälern in der angespannten Pandemie-Situation zur Verfügung. Nun bitten auch Krankenhäuser in Wien und Niederösterreich um die Übernahme von Non-Covid-Patientinnen und -Patienten über ein „Fast-Track“-Verfahren.

„Ist der Bedarf gegeben, muss rasch gehandelt werden, um die medizinische Versorgung in den Krankenhäusern aufrecht halten zu können. Das 'Fast-Track'-Verfahren hilft dabei, möglichst schnell zu entlasten“, sagt der PVA-Chefarzt Martin Skoumal. Menschen, die nach einem Krankenhausaufenthalt, etwa nach einer Operation, noch Remobilisation benötigen und bei denen eine häusliche Betreuung nicht möglich ist, werden daher in den Reha-Zentren versorgt und remobilisiert.

637 Menschen brauchen Intensivbehandlung

Seit der ersten Pandemiephase im Frühling 2020 seien die PVA-Reha-Zentren für die schnelle Übernahme aus Krankenhäusern gewappnet, wurde betont. Je nach Ausstattung und Größe der Einrichtung kann eine unterschiedlich hohe Anzahl an Patientinnen und Patienten übernommen werden. Nach Bedarf werden sukzessive Reserven zur Verfügung gestellt, nicht immer sei dafür die gesamte Einstellung des Normalbetriebs erforderlich. Dringend benötigte Rehabilitationen sollen nach wie vor durchgeführt werden.

Am zehnten Tag des bundesweiten Lockdowns sind die Corona-Infektionszahlen wieder gesunken. 8.882 Neuansteckungen wurden von Mittwoch auf Donnerstag laut Ministerien gemeldet. Das liegt unter dem Schnitt der vergangenen sieben Tage mit 10.051. Auch die Sieben-Tage-Inzidenz ging weiter zurück von 840,3 auf 787,6 Fälle pro 100.000 Einwohner. In den Spitälern war auch ein leichter Rückgang zu verzeichnen, allerdings waren innerhalb von 24 Stunden 72 Tote zu beklagen.

Innerhalb einer Woche starben laut Gesundheits- und Innenministerium 392 Menschen an oder mit Covid-19. Im Sieben-Tage-Schnitt sind das 56 Menschen täglich. Seit die Pandemie ausgebrochen ist, haben 12.625 Personen eine Infektion mit SARS-CoV-2 nicht überlebt. Pro 100.000 Einwohner sind das 141,3 Personen. Die meisten Toten gab es von Mittwoch auf Donnerstag in Oberösterreich (16), wo auch die Inzidenz weiter hoch war.

Im Krankenhaus müssen derzeit österreichweit 3.241 Patientinnen und Patienten wegen einer Coronainfektion behandelt werden. Das sind zwar um 135 Personen weniger als tags zuvor, aber die Lage ist immer noch kritisch, wenn man den Blick auf die Intensivstationen richtet. Immer noch weit über 600, nämlich 637 Menschen brauchten eine Intensivbehandlung. Um zwölf Patientinnen und Patienten weniger als am Mittwoch, allerdings stieg deren Anzahl innerhalb einer Woche um 18 an.

Die meisten Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden hatte Niederösterreich mit 1.824 neuen Fällen. Oberösterreich liegt an zweiter Stelle mit 1.495 Neuansteckungen. In der Steiermark waren es 1.319 neue Fälle, in Kärnten 1.028, in Wien 1.019, in Tirol 714, in Vorarlberg 635, in Salzburg 620 und im Burgenland 228 Fälle. Sieht man sich die Bundesländer nach den Fallzahlen innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner an, dann hat Kärnten weiterhin die höchste Sieben-Tage-Inzidenz mit 1.445,1, gefolgt von Vorarlberg mit 1.206,1, Salzburg mit 1.022,6 und Oberösterreich mit 951,3. Danach kommen Tirol (944,5), die Steiermark (760,4), Niederösterreich (664) und das Burgenland (527,7). In Wien, wo früher Maßnahmen beschlossen wurden, lag die Inzidenz bei 416,7. Die Bundeshauptstadt steht somit am besten da.

Die Positiv-Rate der PCR-Tests beträgt derzeit 1,7 Prozent. Momentan laborieren 130.066 aktiv an einer Infektion. Das sind um 5.082 weniger Infizierte als noch tags zuvor. Insgesamt wurden in den vergangenen 24 Stunden 702.740 PCR- und Antigen-Schnelltests eingemeldet. Davon waren 524.057 aussagekräftige PCR-Tests. Seit Pandemiebeginn wurden mehr als 142 Millionen Tests durchgeführt.

Bis zum Mittwoch haben 6.360.997 bereits zumindest eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Das sind 71,2 Prozent der österreichischen Bevölkerung. 67,1 Prozent der Österreicher bzw. 5.990.943 Menschen verfügen über einen gültigen Impfschutz. Mehr als zwei Millionen Menschen - exakt 2.060.626 - haben sich bereits den Booster geholt. Das ist 23,1 Prozent der Einwohner.

Über 82.000 Erstimpfungen vergangene Woche

Am Mittwoch sind insgesamt 112.432 Impfungen durchgeführt worden. Davon waren 11.776 Erststiche (10,47 Prozent). Das liegt leicht unter dem Wochendurchschnitt mit 11.815. In den vergangenen sieben Tagen wurden 82.704 Erstimpfungen verabreicht. 16.509 Impfungen waren Zweitstiche. Das lag sogar über dem Sieben-Tage-Schnitt von 14.371. In einer Woche erhielten 100.598 ihre Zweitstiche. Dass die Zahlen hier über dem Durchschnitt liegen, hängt vermutlich über den am 15. November eingeführten „Lockdown für Ungeimpfte“ zusammen. Da entschlossen sich mehr Menschen, sich doch impfen zu lassen. Nun holten sich diese den Zweitstich, der nach drei Wochen nach dem Erststich notwendig ist.

Die meisten am Mittwoch verabreichten Impfungen waren Drittstiche, die 84.147 bzw. 74,84 Prozent aller durchgeführten Immunisierungen ausmachten. Diese Zahl liegt ebenfalls über dem Sieben-Tages-Schnitt von 81.000. In einer Woche wurden mehr als eine halbe Millione, nämlich 567.003, Drittstiche verabreicht.

Mit Blick auf die Altersgruppen haben bei den Zwölf- bis 24-Jährigen 59,9 Prozent ein gültiges Impfzertifikat, in der Altersgruppe 25 bis 34 Jahre beträgt die Rate 66,3 Prozent und bei den 35- bis 44-Jährigen 71 Prozent. 74,3 Prozent der Personen zwischen 45 und 54 Jahren sind mit Zertifikat nachweisbar gegen Covid-19 geschützt, 82 Prozent in der Gruppe 55 bis 64. Die 65- bis 74-Jährigen weisen eine Quote von 86 Prozent auf, die 75- bis 84-Jährigen 90,5 Prozent und die Gruppe 85-plus 90,7 Prozent. Für Kinder bis elf Jahre, die derzeit noch „Off Label“ geimpft werden, werden 0,6 Prozent ausgewiesen.

Am höchsten ist die Schutzrate (gültiges Impfzertifikat) im Burgenland mit 73,2 Prozent. In Niederösterreich haben 69,4 Prozent der Bevölkerung einen validen Impfschutz, in der Steiermark 67,2 Prozent. Nach Wien (66,2), Tirol (65,8), Vorarlberg (64,3), Kärnten (63,9) und Salzburg (63,5) bildet immer noch Oberösterreich das Schlusslicht mit 62,4 Prozent.