Coronavirus

Schallenberg nach positivem Coronatest ohne Symptome

Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) geht es nach seinem positiven Coronatest weiter gut. „Er hat weiterhin keine Symptome“, sagte seine Sprecherin am Sonntag auf APA-Anfrage. Coronatests von Schallenbergs Kontaktpersonen blieben indes ebenso negativ wie jene aller anderer Mitglieder der Bundesregierung. Wegen der Infektionen Schallenbergs und seiner belgischen Kollegin Sophie Wilmes begab sich der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell in Quarantäne.

red/Agenturen

„Als Vorsichtsmaßnahme und gemäß den Regeln bleibe ich bis Montag in Selbstisolation, dann sind es sieben Tage seitdem ich die Minister getroffen habe und ich werde einen weiteren Test machen“, schrieb Borrell am Samstagabend auf Twitter. „Ich wünsche meinen Kollegen rasche Genesung.“ Für Borrell, der erst am Freitag negativ getestet worden war, ist es bereits die zweite Heimquarantäne innerhalb weniger Tage. Er hatte sich am Dienstag isolieren müssen, nachdem ein Delegationsmitglied einer Reise nach Äthiopien positiv getestet worden war.

Die Sprecherin des Außenministers sagte am Sonntag, dass der Minister seiner Arbeit im Home Office nachgehe. Es sei noch unklar, wie lange er in Heimquarantäne bleiben müsse. Am Ministerrat am Mittwoch werde er jedenfalls nicht persönlich teilnehmen können. Auch die bis einschließlich Freitag geplanten Auslandsreisen (Großbritannien, Dänemark, Griechenland und Zypern) seien abgesagt, sollen aber nachgeholt werden. Der Außenminister war eigentlich am Montag in London erwartet worden, um dort unter anderem den britischen Außenminister Dominic Raab zu treffen.

Auch andere Regierungsmitglieder getestet

Schallenberg war am Freitagnachmittag positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach der Diagnose wurden vorsichtshalber auch alle anderen Regierungsmitglieder getestet, weil Schallenberg am Mittwoch auch am Ministerrat teilgenommen hatte. Wie es aus dem Kanzleramt am Samstagabend gegenüber der APA hieß, fielen alle diese Tests negativ aus. Da Schallenberg und die anderen Minister Masken getragen hätten, werden sie von den Gesundheitsbehörden als Kontaktperson 2 gewertet, ebenso wie auch die Abgeordneten und Mitarbeiter, mit denen Schallenberg am Mittwoch im Parlament in direktem Kontakt gewesen sei.

Es wurde vermutet, dass sich Schallenberg beim EU-Außenministerrat am Montag in Luxemburg angesteckt haben könnte. Wie die Sprecherin der Ministerin der APA am Sonntag bestätigte, nahmen Wilmes und er am Rande des Treffens an einem informellen Frühstück mit dem saudi-arabischen Außenminister teil. Schallenberg und Wilmes seien dabei nebeneinandergesessen. Wilmes machte ihre Diagnose ebenfalls am Samstag öffentlich und begab sich in Quarantäne.

Eine Sprecherin Borrells teilte der APA am Sonntag auf Anfrage mit, man wolle „nicht darüber spekulieren“, ob sich Schallenberg und Wilmes beim Außenministertreffen angesteckt haben könnten. „Bei dem Außenministerrat wurden alle Maßnahmen getroffen und respektiert“, betonte die Sprecherin. Sicherheitshalber in häusliche Quarantäne begab sich am Samstag auch die schwedische Außenministerin Ann Linde. Vom deutschen Außenminister Heiko Maas hieß es, er habe „keinen nahen Kontakt“ zu Schallenberg gehabt und sei zuletzt am Freitag negativ getestet worden.

Weitere Kontakte am Rande des EU-Treffens

Schallenberg hatte am Rande des EU-Treffens auch ein kurzes bilaterales Gespräch mit seinem irischen Amtskollegen Simon Coveney. Dieser wurde jedoch laut irischen Medienberichten nicht als „Kontaktperson 1“ Schallenbergs eingestuft, weswegen ihm die Quarantäne erspart bleibe. Ähnliches dürfte für den kanadischen Francois-Philippe Champagne gelten, den Schallenberg am Mittwoch in Wien empfangen hatte. Bei dem Treffen seien nämlich die Abstandsregeln eingehalten worden, hieß es. Das kanadische Außenministerium und die kanadische Botschaft seien aber vom positiven Coronatest Schallenbergs in Kenntnis gesetzt worden.

Auf die Frage, ob es im Außenministerium nun öfter Coronatests geben werde, sagte die Sprecherin, dass man „ein sehr strenges Hygienekonzept“ habe, etwa mit Testungen vor Dienstreisen. So wäre etwa für kommenden Mittwoch ein weiterer Test vor der Reise nach Griechenland geplant gewesen. Die Testpolitik werde aber „gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden evaluiert“.