Steiermark-Wahl

Schickhofer für Rottenmann als Leitspital

Der steirische LHStv. Michael Schickhofer hat am Donnerstag in der Diskussion um das Leitspital Liezen für eine kleine Überraschung gesorgt: Er will sich nun für den bestehenden Standort Rottenmann in Kombination mit den anderen beiden Spitälern in Bad Aussee und Schladming statt des Neubaus in Stainach-Pürgg einsetzen - dafür müsse die SPÖ allerdings die Landtagswahl gewinnen.

red/Agenturen

Er wolle Lösungen für jeden einzelnen Gesundheitsstandort: „Der Bezirk Liezen braucht ein medizinisches Flaggschiff.“ Man müsse in Rottenmann investieren und schauen, wie man den Standort Bad Aussee erhalten kann und eine nachhaltige Lösung für Schladming findet. Ein Gegenüberstellen von Alternativen sei nötig - entsprechend dem Bürgervotum. 67,3 Prozent der Bewohner des Bezirks Liezen hatten sich im April gegen ein zentrales Krankenhaus ausgesprochen.

Für Schickhofer sei nach derzeitigem Stand plausibel, dass die Stärkung von Rottenmann die „risikoärmere und breit getragene Alternative“ zum neu zu bauenden Leitspital in Stainach-Pürgg und dem Schließen der drei bestehenden Standorte ist. Er habe die Rottenmann-Variante schon in der Koalition mit der ÖVP stets geprüft haben wollen, doch es sei „politisch nicht möglich gewesen“.

Kritik seitens der Grünen

Schickhofer meinte, mit der ÖVP als stimmenstärkste Partei bei der kommenden Landtagswahl werde wohl der Standort Stainach-Pürgg forciert, mit der SPÖ Rottenmann inklusive Erhalt der anderen Standorte. Im Übrigen sei er auch für eine enge Kooperation zwischen dem LKH Hartberg und dem burgenländischen LKH Oberwart, beide sollen jedenfalls erhalten bleiben.

Lambert Schönleitner von den steirischen Grünen meinte: „Jeder im Bezirk weiß, dass die SPÖ fünf Jahre lang jede ÖVP-Entscheidung im Gesundheitswesen untertänig mitgetragen hat. Daran kann man den Wert dieser Aussage ablesen. Jede Stimme für die SPÖ ist in Sachen Glaubwürdigkeit eine verlorene Stimme.“

ÖVP-Klubobfrau Barbara Riener zeigte sich über Schickhofers „Wackelkurs“ verwundert - zumal alle wesentlichen Entscheidungen bereits getroffen und immer gemeinsam mit der SPÖ beschlossen worden seien. „Wichtige Zukunftsthemen werden nach der Wahl hoffentlich wieder auf sachlicher Grundlage entschieden.“

Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ) kritisierte, dass die SPÖ „Gesundheitsversorgung zum Wahlkampfgag“ mache. Die Ankündigung Schickhofers, er werde sich bei einem Wahlsieg für den Standort Rottenmann als Leitspital einsetzen, sei eine „grobe Irreführung der Öffentlichkeit“. „Selbst wenn die SPÖ im Bezirk stärkste Partei wird, wird die Entscheidung über den Standort des Leitspitals in der Landesregierung getroffen, nicht in der SPÖ-Zentrale.“

Erstaunt zeigte sich NEOS-Spitzenkandidat Niko Swatek über die Aussagen von Schickhofer: „Die Gesundheitsreform wäre der einzige Erfolg der sogenannten 'Zukunftspartnerschaft' gewesen. Die Aussagen des SPÖ-Spitzenkandidaten zeigen: Das war weder Zukunft, noch Partnerschaft.“