Coronakrise

Schützenhofer sieht „keinen Grund zur Besorgnis, aber zu Vorsicht"

„Die Corona-Situation ist derzeit zu beherrschen, es besteht kein Grund zur Besorgnis, aber zur Vorsicht“, sagte der steirische LH Hermann Schützenhöfer (ÖVP) am Montagnachmittag nach Beratungen der Landesspitze mit Ärzt:innen und Spitalsverantwortlichen. Man begrüße die am Wochenende verkündeten Maßnahmen der Bundesregierung, „insbesondere die von uns geforderte Sperrstunden-Verschiebung wie auch die Abschaffung des Lockdowns für Ungeimpfte.“

red/Agenturen

Schützenhöfer führte nach den Gesprächen mit den Ärzt:innen weiters aus: „Wir sind nicht über den Berg, wir müssen vorsichtig bleiben. Das Virus ist noch nicht besiegt.“ Er orientiere sich danach, was die Mediziner:innen sagten. Die Situation sei zu beherrschen, rund 74 Prozent der Bevölkerung sei geimpft, 17 Personen seien mit Covid auf den Intensivstationen, 138 auf Normalbetten. Man sei auf einem guten Wege, dürfe diesen aber noch nicht verlassen, er sei noch nicht zu Ende, sagte der ÖVP-Landeshauptmann. Man müsse auch Obacht geben und dürfe sich nicht „von ganz bestimmten Gruppen“ unter Druck setzen lassen.

KAGes-Vorstandsvorsitzender Gerhard Stark sagte, man sei sozusagen „zur Zeit in einer komfortablen Zone, aber es ist belastend für den gesamten Bereich der steirischen Krankenanstalten“. Auch wenn es momentan eine geringere Erkrankungsschwere gebe, man kenne die Variante nicht, die im Herbst bevorstehe. Gesichert sei laut Stark: „Die Impfung ist hocheffektiv, das haben wir gesehen“. Als noch die Deltavariante vorherrschend gewesen sei, habe man beim Wochenbericht immer gesehen, zwei Drittel der Verstorbenen seien ungeimpft gewesen. Das habe sehr geschmerzt: „So viele Leben hätten gerettet werden können“, sagte Stark, der zur Immunisierung aufrief: „Bitte überwinden Sie sich, für sich selbst und für die Gemeinschaft“.

Lang „nicht unbedingt Freund von Anreizsystemen“

Die Frage von Gratistests sei ein immerwährendes Thema, sagte Schützenhöfer auf Journalistenfragen. Für kostenpflichtige Tests in der Höhe der Rezeptgebühr hätten sich keine Mehrheiten gefunden. „Man wird müde, das immer wieder zu fordern“, sagte der LH.

LHStv. Anton Lang (SPÖ) versicherte, dass ihn bei den Lockerungen der Anti-Covid-Maßnahmen kein Blatt von Schützenhöfer trenne. Er sei nicht unbedingt ein Freund von Anreizsystemen, wenn es um die Gesundheit gehe. Doch im Fall einer Pandemie habe man Verantwortung gegenüber anderen. „Wir in der Steiermark gehörten immer zu den vorsichtigeren, das war im Nachhinein betrachtet auch der richtige Weg“. Einen Vergleich mit den getroffenen Maßnahmen in der Bundeshauptstadt sah Lang nicht gerechtfertigt: „Wien auf seinem vergleichsweise kleinem, engen Raum ist ganz anders zu sehen als ein Flächenbundesland“.