Corona-Impfung

Schweiz empfiehlt Kinder-Impfung gegen Covid

Die Schweiz hat sich offiziell für die Impfung gegen Covid-19 auch bei Kindern im Primarschulalter ausgesprochen. Der Impfstoff von Pfizer/Biontech für Fünf- bis Elfjährige war am Freitag durch das Heilmittelinstitut Swissmedic zugelassen worden. In dieser Alterskategorie gibt es in der Schweiz rund 600.000 Kinder. Unterdessen bleibt die Lage in der Schweiz mit über 8.000 neuen Covid-Fällen weiter angespannt.

red/Agenturen

Die Eidgenössische Impfkommission (Ekif) und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) weiteten am Dienstag ihre Impfempfehlung entsprechend aus. Die Impfdosen sollen ab Anfang Januar 2022 zur Verfügung stehen.

Lage weiterhin angespannt

Die Lage in der Coronavirus-Pandemie in der Schweiz ist nach Ansicht des BAG weiter „angespannt“. Die Zunahme der Fallzahlen habe sich auf hohem Niveau etwas verlangsamt, aber die Hospitalisierungen und Todesfällen würden weiter steigen, sagte Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle beim BAG, am Dienstag vor den Medien.

Mittlerweile sei die Schwelle von 300 Covid-Patienten auf den Intensivstationen übertroffen worden, sagte Masserey. Die Infektionszahlen müssten zurückgehen, damit das Land für die Omikron-Variante gerüstet sei. Diese breite sich schneller aus als die bisherigen Varianten.

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden dem BAG am Dienstag innerhalb von 24 Stunden 8.163 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet. Gleichzeitig registrierte das BAG 24 neue Todesfälle und 155 Spitaleinweisungen. Die Auslastung der Intensivstationen in den Spitälern beträgt zurzeit 80,7 Prozent. 35,3 Prozent der verfügbaren Betten werden von Covid-19-Patienten besetzt. 66,5 Prozent der Schweizer Bevölkerung haben zwei Impfdosen erhalten.

Omikron wird dominant

Die Omikron-Variante wird in der Schweiz ab Anfang 2022 dominant werden, wie Tanja Stadler, Präsidentin der wissenschaftlichen Covid Task Force des Bundes vor den Medien sagte. Die Krankheitsverläufe von Omikron dürften mit jenen der Delta-Variante vergleichbar sein. Neben der dritten Impfung schützten die bisher bekannten Massnahmen auch gegen Omikron, sagte Stadler.

Wer sich nach doppelter Impfung mit dem Corona-Virus infiziert hat, soll mit der Auffrischungsimpfung sechs Monate lang zuwarten, hiess es an der Medienkonferenz weiter. "Eine Infektion hat genau die gleiche Wirkung wie eine Boosterimpfung", sagte Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (Ekif). Auffrischungsimpfungen sind vom Bund sechs Monate nach der zweiten Grundimpfung empfohlen.

Lehrerverbände für einheitliche Maßnahmen

Die Lehrer-Dachverbände der Deutsch- und der Westschweiz haben ihre Forderung nach einer Koordination der Massnahmen zur Pandemiebekämpfung auf Bundesebene bekräftigt. Einheitliche Massnahmen hätten sich in den vergangenen Monaten bewährt.

Kurz vor den Weihnachtsferien und angesichts der extrem hohen täglichen Infektionszahlen von Kindern und Jugendlichen sowie der zusätzlichen Bedrohung durch Omikron müssten wirksame Massnahmen getroffen werden, um die Fallzahlen für das neue Jahr drastisch zu vermindern.

Im Kanton Bern werden die Schulkinder wegen der Pandemie bereits am Freitag in die Winterferien geschickt statt am 21. Dezember. Nidwalden verschiebt den Schulstart im neuen Jahr um einige Tage.

BAG löst Reise-Problem

Bei Personen, die von einer Covid-Erkrankung genesen sind, fallen PCR-Tests trotz überstandener Infektion oft noch wochenlang positiv aus. Das stellt Reisende vor Probleme, denn seit dem 4. Dezember muss bei der Einreise in die Schweiz ein negativer PCR-Test vorgezeigt werden.

Das BAG hat nun die Fluggesellschaften informiert, dass Personen trotz positivem PCR-Test zum Boarding zugelassen werden könnten, wenn sie über eine ärztliche Bestätigung als Genesene verfügten sowie über einen negativen Antigen-Schnelltest, der nicht älter als 24 Stunden sei, sagte Masserey.

Unterdessen steht die Schweizer Armee mit 84 Angehörigen in vier Westschweizer Kantonen im Corona-Einsatz. Sie unterstützen Spitäler und andere Einrichtungen bei Pflegediensten und beim Impfen. Die Armee angefordert hatten der Jura, Freiburg, Neuenburg und das Wallis.

Und in Appenzell Ausserrhoden ist ein Betrug mit gefälschten Impfpässen aufgeflogen. Ein Dutzend Impfpässe mit angeblich in Deutschland gemachten Impfungen stellten sich als Fälschungen heraus. Den Betroffenen droht ein Strafe wegen Urkundenfälschung.