Pflege

Sozialministerium sammelt online Reformanregungen

Das Sozialministerium widmet sich nach mehrmonatiger Corona-bedingter Unterbrechung wieder der Reform der Pflege. Heute, Donnerstag, startet dazu der digitale Beteiligungsprozess.

red/Agenturen

Unter https://goeg.at/taskforce_pflege steht bis Mitte August ein Online-Fragebogen zur Verfügung. Interessierte, Betroffene, Beschäftigte im Pflegebereich sowie Interessensvertretungen können dabei Stellung beziehen und sich einbringen, so Sozialminister Rudolf Anschober (Grüne) in einer Aussendung. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für die weiteren Arbeiten zur Pflege-Reform im Herbst dienen.

„Wir brauchen eine große Reform. Seit vielen Jahren ist sie überfällig“, erklärte der Minister. Im September soll die im Jänner begonnene und durch die Coronakrise unterbrochene Dialogtour fortgesetzt werden. Im Oktober will das Sozialministerium dann die Arbeit der Task Force starten. Bis Jahresende könnten schließlich die inhaltlichen Eckpfeiler feststehen.

Die Reform der Pflege steht im türkis-grünen Regierungsprogramm (ab S. 172, Anm.). Nach einem äußerst kritischen Rechnungshofbericht zur aktuellen Lage hat Anschober im Februar erneut eine „Pflege aus einem Guss“ in Aussicht gestellt. Der Minister will eine Zielsteuerung von Bund, Ländern und Gemeinden (nach Vorbild des Gesundheitssektors, wo es ähnliches schon gibt) etablieren. Es soll gemeinsame Standards und eine gemeinsame Finanzierung geben, so die Ankündigung damals.

Jüngere Hand berührt ältere Hände
1.150 Corona-Verstorbene (Stichtag 12. November) waren über 75 Jahre, 520 davon in der Gruppe der 75- bis 84-Jährigen und 630 älter als 85.
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