Pflege

Städtebund drängt auf Reformen

Der Österreichische Städtebund sieht dringenden Handlungsbedarf im Pflegewesen. Um einem drohenden Personalmangel entgegenzuwirken brauche es bessere Arbeitsbedingungen und eine finanzielle Aufwertung des Pflegeberufs schon während der Ausbildung. „Pflegekräfte haben einen schweren und fordernden Beruf, sie verdienen unsere besondere Unterstützung in vielfacher Weise“, so Thomas Weninger, Generalsekretär des Österreichischen Städtebundes, am Mittwoch in einer Aussendung.

red/Agenturen
„Der Personalmangel in der Pflege und Betreuung ist seit langem bekannt und die Situation wird sich weiter zuspitzen.“ Thomas Weninger, Generalsekretär des Österreichischen Städtebundes

Laut dem Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) würden bis zum Jahr 2050 79.000 Fachkräfte in der Pflege fehlen. „Der Personalmangel in der Pflege und Betreuung ist seit langem bekannt und die Situation wird sich weiter zuspitzen, auf der einen Seite durch Pensionierungen, auf der anderen Seite durch die demografische Entwicklung“, so Weninger. Betreffend der Ausbildung von Pflegepersonal fordert er mehr finanzielle Unterstützung, insbesondere für Um-, und Wiedereinsteiger. Darüber hinaus brauche es Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Pflege- und Betreuungsberufen.

Positiv sieht der Städtebund, die Interessensvertretung für Städte und größere Gemeinden in Österreich, bisher gesetzte Maßnahmen wie den Hospiz- und Palliativfonds, den Ergebnisbericht der Task-Force Pflege oder das aus Mitteln der EU finanzierte Pilotprojekt „Community Nurses“. Diese Maßnahmen könnten aber nur der Anfang sein, ein umfassendes Pflegepaket in Österreich umzusetzen. „Klar muss sein, dass der Österreichische Städtebund in sämtlichen Reformüberlegungen eingebunden wird“, so Weninger.

 

Alter Mann
Dem WIFO zufolge würden bis zum Jahr 2050 nicht weniger als 79.000 Fachkräfte in der Pflege fehlen.
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