Steiermark forciert Ausbildung für dringend benötigte Pflegekräfte

Die Corona-Krise macht deutlich, wie schnell die Spitäler im Bereich des Pflegepersonals an ihre Grenzen stoßen. Gut ausgebildete Pflegekräfte werden österreichweit gesucht. In der Steiermark werden jährlich rund 2.000 Ausbildungsplätze angeboten. Unter dem Motto "Zeit für Pflege" sucht das Land nun in einer Kampagne nach motivierten Menschen, die eine Ausbildung in einer der landesweit 13 Pflegeschulen absolvieren möchten.

red/Agenturen

Pflege sei ein Thema, das "wichtiger denn je und durch die Pandemie noch sichtbarer geworden ist", sagte die steirische Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) in einer digitalen Pressekonferenz am Mittwoch in Graz. "Was es braucht, sind Menschen, die diesen Beruf gerne ausüben", betonte die Landesrätin weiter.

Um mehr Bewerberinnen und Bewerber für die Pflegeausbildung zu finden, wurde die Kampagne "Zeit für Pflege" ins Leben gerufen, die mittels Werbeeinschaltungen in steirischen Medien die Pflege als attraktiven Beruf und die steirische Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) als ansprechenden Arbeitgeber präsentieren soll. Im Internet findet man auf einer eigenen Website unter diesem Motto Informationen zu den jeweiligen Ausbildungswegen und Dienstgebern.

Zielgruppen seien Jugendliche in der Berufsorientierung, Wiedereinsteiger und Spätberufene und Personen, die sich neu orientieren wollen, wie Bogner-Strauß ausführte. Die Ausbildung an den Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege des Landes Steiermark sei kostenlos, die Schüler seien versichert und bekommen zudem ein Taschengeld, wie die Landesrätin darlegte. Für Personen, die eine Um- oder Neuorientierung in diesen Bereich planen, gebe es vonseiten des AMS Fachkräftestipendien.

Aufgabenfeld im Bereich der Pflege dreistufig gegliedert

"Von der mehr als 9.000 Beschäftigten in der Pflege in den KAGes-Spitälern gehen jährlich an die 100 in Pension. Wir brauchen immer wieder neue Mitarbeiter", berichtete KAGes-Vorstandsvorsitzender Karlheinz Tscheliessnigg. 120 bis 130 Mitarbeiter würden in diesem Jahr noch gesucht, auch daher habe man die Informationsoffensive gestartet. Der Pflegeberuf sei "außerordentlich vielseitig, chancen- und abwechslungsreich, krisensicher und wird mittlerweile recht gut bezahlt", motivierte der Vorstandsvorsitzende zu einer entsprechenden Ausbildung. Das Einstiegsgehalt für die Pflegeassistenz liege laut Informationen auf der Website zwischen 1.850 und 1.960 Euro.

"Ja, es ist Zeit der Pflege mehr Aufmerksamkeit zu schenken - auch in der Ausbildung", betonte Eveline Brandstätter, Pflegedirektorin des LKH Graz II. "Wir brauchen junge Steirerinnen und Steirer, die sich dafür entscheiden", daher sei es wichtig, dass die Ausbildung und der Beruf in der Öffentlichkeit wahrgenommen werde, sagte die Pflegedirektorin.

Seit der Novellierung des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes im Jahr 2016 ist das Aufgabenfeld im Bereich der Pflege dreistufig gegliedert: Neben dem gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege gibt es die Pflegeassistenz und die Pflegefachassistenz. In der Steiermark werden entsprechende Lehrgänge an mehreren Standorten angeboten. Die Ausbildung zum gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege wird derzeit in Graz und Leoben angeboten. An der Höheren Lehranstalt für Sozialbetreuung und Pflege in Graz können sich Jugendliche schon ab der achten Schulstufe zur Pflegeassistenz ausbilden lassen und parallel die Matura machen.