Steiermark führt ab April telefonische Gesundheitsberatung ein

Der ärztliche Bereitschaftsdienst in der Steiermark wird mit Anfang April neu geregelt. Wichtige Erstanlaufstelle ist das Gesundheitstelefon, das unter der Nummer 1450 rund um die Uhr zur Abklärung der optimalen medizinischen Versorgung genutzt werden kann. Ziel sei es, dass die Menschen "die Versorgung bekommen, die sie benötigen", hieß es am Donnerstag bei der Vorstellung in Graz.

 

red/Agenturen

Neben Wien, Niederösterreich und Vorarlberg ist die Steiermark ein weiteres Bundesland, welches ein Gesundheitstelefon anbietet. Besonders geschultes diplomiertes Krankenpflegepersonal beantwortet ab dem 1. April Fragen rund um akut auftretende gesundheitliche Probleme, gibt Tipps wenn eine häusliche Versorgung möglich ist, schätzt ein, welche medizinischen Dienste der Anrufer braucht und kann gegebenenfalls weitere Schritte einleiten, sagte Michel Koren vom Gesundheitsfonds Steiermark, der das Projekt koordiniert.

 Gesundheitslandesrat Christopher Drexler (ÖVP) will das Gesundheitstelefon als „Orientierungsinstrument" in der Gesundheitsversorgungslandschaft verstanden wissen: „Nach dem Eingangstor 1450 soll der richtige Weg folgen", legte der Landesrat dar. „Die Spezialisten des Roten Kreuzes sorgen dafür, dass die Steirerinnen und Steirer, die die Nummer 1450 wählen, die gesundheitliche Einschätzung und Hilfe bekommen, die sie brauchen", sagte er weiter. Das Telefon sei „die primärste Stufe der Primärversorgung", hob auch Josef Harb, Obmann der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse hervor. Im Mittelpunkt stehe das Ziel, „dass die Menschen jene Ressource zugewiesen bekommen, die für sie im Moment die Richtige" sei.

15 diplomierte Pflegekräfte werden im Callcenter des Roten Kreuzes nach einem speziellen Abfrageprogramm den Anrufern helfend zur Seite stehen, Verhaltensempfehlungen abgeben und sie - falls notwendig - an je die entsprechenden Versorgungseinrichtungen weiterleiten, schilderte Werner Weinhofer, Präsident des steirischen Landesverbandes des Österreichischen Roten Kreuz.

„Bereitschaftsdienst entlasten“

„Durch den telefonischen Erstkontakt über 1450 sollte der Bereitschaftsdienst deutlich entlastet werden. Das ist die planerische Grundlage aller Veränderungen", führte Norbert Meindl, steirischer Ärztekammer-Vizepräsident und Obmann der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte aus. In dem mit April einsetzenden Bereitschaftsdienst-System gibt es nun 24 Regionen statt der bisherigen 92 Sprengel, die Versorgung soll unter der Woche von 18.00 bis 24.00 Uhr sowie an Wochenenden und feiertags von 7.00 bis 24.00 Uhr als reiner Visitendienst erfolgen. Dafür sind je Region wochentags mindestens ein und am Wochenende und feiertags zumindest zwei Bereitschaftsärzte neben geöffneten Ordinationen geplant. Die Abdeckung ist jedoch noch nicht durchgängig gegeben. "Es ist nicht leicht gewesen, Ärzte zu finden, und wir bemühen uns nach wie vor, die Motivation der Ärzte zu steigern", schilderte Koren die Situation.

„Sollte es zu Problemen kommen, und das ist bei einer so umfassenden Veränderung immer möglich, muss rasch reagiert werden", stellte Ärztekammer-Vizepräsident Meindl klar. Die Auswirkungen auf die Belastungen der Spitalsambulanzen sei deswegen laufend zu beobachten: „Wenn sie stark steigen, muss es Nachbesserungen geben", hielt Meindl fest - und hatte auch Vorschläge parat: u.a. eine Verkleinerung der Sprengel, die Einbindung von Ordinationen statt der reinen Hausbesuche oder auch Erleichterungen für die Fahrten.

telefonischen Gesundheitsberatung in Wien
Die Steiermark ist neben Wien, Niederösterreich und Vorarlberg ein weiteres Bundesland, welches ein Gesundheitstelefon anbietet.
FSW