Corona

Steiermark setzt 250.000 Antigen-Tests in der Pflege ein

Das Land Steiermark hat am Freitag seine Teststrategie erneuert und die Auslieferung von 250.000 Antigen-Tests, die bei der Bundesbeschaffungsgesellschaft bestellt worden waren, gestartet. Diese sollen in Alters- und Pflegeheimen sowie bei der mobilen Hauskrankenpflege verwendet werden, um sowohl Personal als auch Bewohner und zu betreuende Menschen zu testen, hieß es am Freitag. Positive Antigen-Tests müssen weiterhin mittels PCR-Tests bestätigt werden.

red/Agenturen

Bereits seit vergangener Woche werden in der Steiermark Kontaktpersonen der Kategorie 1 nur noch dann getestet, wenn sie auch Symptome haben. Sie müssen allerdings - wie seit Beginn der Pandemie - in Quarantäne und zwar unabhängig davon, ob sie selbst positiv oder negativ sind. Apotheken müssen bei positiven Antigen-Tests einen PCR-Test veranlassen. Seitens der Gesundheitsbehörden werden nach wie vor nur PCR-Tests angeordnet.

Seit Anfang November hatte das Land Steiermark 10.000 Antigen-Tests für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Alters- und Pflegeheimen zur Verfügung gestellt, um Tests zu machen. „Den Bewohnerinnen und Bewohnern in den Alten- und Pflegeheime sowie den älteren Menschen, die zu Hause von der mobilen Hauskrankenpflege betreut werden, gilt unsere besondere Aufmerksamkeit, da sie zur Risikogruppe zählen“, unterstrich Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP). Die 250.000 Antigen-Tests werden zusammen mit FFP2-Schutzmasken ausgeliefert. Mit dem Einsatz der Antigen-Tests werde ein „nächster wichtiger Schritt in der Unterstützung der steirischen Pflegewohnheime und der Mobilen Hauskrankenpflege gemacht, um rasche, regelmäßige und unkomplizierte Screenings sowie Untersuchungen symptomatischer Personen gleich direkt vor Ort durchführen zu können“.

Die Probenentnahme wird von medizinischen Fachkräften - dazu zählt diplomiertes Gesundheits- und Krankenpflegepersonal - durchgeführt. Jene, deren Antigen-Test positiv ist, werden isoliert und mittels PCR-Test überprüft. Diese PCR-Testung erfolge über eine „Fastlane“ durch das Rote Kreuz. „Wir haben in der Volkshilfe den Ansatz schnellerer Testungen bereits mit von uns selbst angekauften Tests eingeführt. Rund 50 diplomierte Pflegekräfte sind bereits darauf eingeschult. Die Erfahrung zeigt, dass es hilfreich sein wird, nun allen Pflegeheimen die Schnelltests zur Verfügung zu stellen“, sagte Franz Ferner, Sprecher des „Bündnis für gute Pflege“.

Hohe Zahl an Corona-Todesfällen in Heimen in der Steiermark

„In der jetzigen Situation brauchen die Menschen Sicherheit. Die Antigen-Tests geben unseren Mitarbeitern und den Menschen, welche wir betreuen, diese Sicherheit und sind ein wichtiger Beitrag um weitere Infektionen zu verhindern“, sagte Gerald Mussnig, Geschäftsführer des Hilfswerks Steiermark.

Bogner-Strauß appellierte ein weiteres Mal: „Ein negatives Testergebnis ist und bleibt nur eine Momentaufnahme. Gemeinsam appellieren wir, halten Sie sich an die Sicherheits- und Hygienemaßnahmen.“ Die Antigen-Tests für die mobilen Hauskrankenpflege seien derzeit in Österreich noch in keinem anderen Bundesland in solch einem Ausmaß im Einsatz.

Zuvor hatte die politische Opposition bemerkt, dass die im Vergleich zu anderen Bundesländern hohe Zahl an Corona-Todesfällen in Heimen in der Steiermark auf strukturelle Probleme hinweise. In Sachen Pflege müsste man in der Steiermark etwas ändern und aus der Krise lernen, meinte etwa Sandra Krautwaschl von den Grünen. Kritik gab es auch seitens der KPÖ in Graz, weil Pflegeheime bisher zu lange auf Schnelltests hätten warten müssen.

Die Landessanitätsdirektion Steiermark hat am Freitag sieben neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet: Zwei Männer aus Graz, zwei Männer und zwei Frauen aus dem Bezirk Leoben und ein Mann aus dem Bezirk Liezen. Bis Donnerstag Mitternacht wurden insgesamt 924 Neuinfektionen in der Steiermark verzeichnet. Seit Beginn der Pandemie wurden mittlerweile 25.056 Steirerinnen und Steirer nachweislich positiv auf SARS-CoV-2 getestet und 12.295 Personen sind wieder genesen. Von den steirischen Verstorbenen waren 193 Männer und 187 Frauen. Das älteste Todesopfer war Jahrgang 1919, der jüngste Verstorbene war Jahrgang 1980.

Vorarlberg setzt verstärkt auf Antigentests

Das Land Vorarlberg setzt neben den PCR-Tests verstärkt auf Antigentests. Auf dem Messegelände in Dornbirn, wohin das Infektionsteam am vergangenen Wochenende umgesiedelt ist, wurden neben einer PCR-Teststraße auch eine Antigenteststraße für Kontaktpersonen der Kategorie 1 eingerichtet. Durch die schnelle Auswertung könnten Abläufe optimiert werden, hieß es. Antigentests werden auch in 130 Arztordinationen durchgeführt.

Bis vergangenen Montag sind bei den Vorarlberger Hausärzten bereits über 13.000 Antigentests durchgeführt worden, die tägliche Kapazität lag bei etwa 500. Knapp ein Viertel davon fiel positiv aus. In allen diesen Fällen wurde zur Bestätigung noch eine PCR-Testung vorgenommen. Anders verhält es sich bei symptomatischen Kontaktpersonen der Kategorie 1 - für diese entfällt die PCR-Nachtestung. Nach wie vor werden in Vorarlberg alle Kontaktpersonen der Kategorie 1 getestet. Die einzige Ausnahme bilden Schulen - dort wird nur bei Kontaktpersonen mit Symptomen ein Test durchgeführt.

Um Zeit zu gewinnen und Infektionsketten möglichst rasch zu unterbrechen setzt man in Vorarlberg außerdem bereits seit knapp zwei Wochen auf die digitale Erstinformation für positiv getestete Personen. In dieser Information wird den Infizierten ihr positives Testergebnis mitgeteilt - verbunden mit der dringenden Aufforderung, ab sofort zu Hause zu bleiben und soziale Kontakte zu vermeiden. Die Aufforderung gilt dabei auch für im gemeinsamen Haushalt lebenden Personen. In weiterer Folge muss die infizierte Person Arbeitgeber und enge Kontaktpersonen außerhalb des Haushalts umgehend selbst verständigen.

In einem weiteren Schritt erhält die infizierte Personen per Mail einen Link übermittelt, der zu einem Online-Formular führt. Dort gilt es die engen Kontaktpersonen einzutragen. Diese werden in weiterer Folge automatisch per SMS oder E-Mail informiert. Demnächst sollen laut Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) auch Bescheide automatisiert digital erstellt werden.