Arzt in Wien niedergestochen

Steigende Aggressivität in NÖ Kliniken

In den NÖ Landeskliniken sind im Vorjahr 2.562 Übergriffe verzeichnet worden. Bei über 40 Prozent handle es sich um verbale Angriffe durch Bedrohen oder Schimpfen, mehr als 30 Prozent seien körperliche Attacken oder Spucken.

red/Agenturen

„Das Aggressionspotenzial ist im Steigen“, sagte Bernhard Jany, Sprecher der NÖ Landeskliniken-Holding. Um gegenzusteuern, setze man Hebel auf mehreren Ebenen an.

„Die Landeskliniken-Holding stellt sicher, dass Mitarbeiter in den Klinikstandorten entsprechende Ausbildungen zum Umgang mit aggressiven Personen erhalten. Ziel der Ausbildung ist es, bereits im Vorfeld eine mögliche Eskalation durch Gefahrenerkennung und präventive, verbale Deeskalation zu verhindern“, hieß es. Die Schulungen sollen nach der Messerattacke auf einen Arzt in Wien nun noch gezielter vorangetrieben werden.

Als weitere Maßnahme wurden in Spitals-Ambulanzen Plakate mit dem Hinweis aufgehängt, dass Angriffe ausnahmslos bei der Polizei angezeigt werden. Außerdem werde daran gearbeitet, die Alarmierungskette zu verbessern, hieß es. Im Fall eines aggressiven Patienten werden im ersten Schritt Kolleginnen und Kollegen gerufen. „Die körperliche Präsenz mehrerer Personen löst eine deeskalierende Wirkung aus“, teilte die Holding mit 27 Standorten mit. Zeigen die Deeskalationsmaßnahmen keine Wirkung, werde die Polizei verständigt. Eine Notwehr sei nur dann zulässig, wenn ein gegenwärtiger oder unmittelbar drohender Angriff nicht durch die Deeskalationsmaßnahmen oder das rechtzeitige Herbeiholen bzw. Einschreiten der Polizei abgewehrt werden kann, wurde festgehalten.