Ukraine

Steirische Caritas und VinziWerke mit Hilfsmaßnahmen

Bei der Caritas der Diözese Graz-Seckau ist die Hilfe für Menschen in der Ukraine sowie geflüchtete Männer, Frauen und Kinder angelaufen. „In Rumänien öffnet die Caritas Temeswar ein ehemaliges Kinderheim, das derzeit leer steht. Den Betrieb dieser Unterkunft unterstützen wir mit Spenden aus der Steiermark,“ berichtet Brigitte Kroutil-Krenn, Leiterin der Auslandshilfe der Caritas Steiermark. Eine „große Welle der Solidarität“ werde in der Steiermark wahrgenommen.

red/Agenturen

Viele Menschen wollen helfen, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung der Caritas. Neben zahlreichen privaten Spendenaufrufen und Sammelaktionen ist auch die Caritas mitten in den Vorbereitungen. „Diese Hilfsbereitschaft ist beeindruckend und für die betroffenen Menschen in dieser schrecklichen Situation eine große Unterstützung", sagte Caritasdirektor Herbert Beiglböck. Mit Partnerorganisationen sollen Spenden und Hilfsmittel ins Kriegsgebiet wie auch nach Rumänien und Ungarn gebracht werden, wo Menschen vor dem Krieg Schutz suchen.

In der Ukraine selbst, wo die lokale Caritas seit 30 Jahren tätig ist, halten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Hilfe vor Ort so weit wie möglich aufrecht. Sie stellen Verpflegung und Unterkünfte bereit, organisieren Beratungen sowie Transportdienste und bemühen sich darum, Kinder aus Familien- und Waisenhäusern aus den umkämpften Gebieten in Sicherheit zu bringen. Die Caritas Szombathely in Ungarn bereitet Unterkünfte vor, die aus österreichischen Spenden mitgetragen werden. Der Bedarf an Sachspenden werde derzeit erhoben. „Wir prüfen gemeinsam mit unseren Partnern, was gebraucht wird, vor Ort gelagert und verteilt werden kann", so Kroutil-Krenn.

In der Steiermark stellt sich die Caritas auch auf die Aufnahme von Flüchtlingen ein. In Abstimmung mit dem Land Steiermark werde daran gearbeitet, Unterkünfte vorzubereiten, „vorrangig größere Quartiere, wo die Menschen gut betreut werden können". Beiglböck meinte: „Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Hilfsbereitschaft der Menschen hier über einen längeren Zeitraum nötig sein wird."

Menschen, die freiwillig helfen oder Unterkünfte zur Verfügung stellen möchten, können sich auf der Website der Caritas melden: http://go.apa.at/PUvNBOO9. Für Fragen zur Ukraine-Nothilfe der Caritas Steiermark wurde eine Hotline unter 0316/8015-215 eingerichtet. Sie ist von Montag bis Freitag von 8.00 bis 16.00 Uhr erreichbar. Fragen können auch an ukrainehilfe@caritas-steiermark.at gerichtet werden.

Spendenaufrufe und Sammelaktionen - Hilfe vor Ort sowie durch Unterkünfte in Ungarn und Rumänien - Sachspenden und Notschlafstellen

Die VinziWerke Österreich haben ähnlich wie die Caritas Hilfsmaßnahmen eingeleitet: „Gemeinsam mit dem befreundeten Kulturverein 'Newo Ziro' arbeiten wir daran, dass Busse angemietet werden, um flüchtende Ukrainerinnen und Ukrainer nach Österreich zu bringen. Wir werden für sie Plätze in unserer Notschlafstelle zur Verfügung stellen", sagte Ingrid Giller, Obfrau der Einrichtung VinziBett. Die Flüchtlinge werden dann auch mit Mahlzeiten versorgt. Ihre Ankunft wird bereits in den kommenden Tagen erwartet.

„Im VinziDorf Wien sammeln wir derzeit Sachspenden, die bereits dieses Wochenende in Richtung Ukraine transportiert werden. Auch weitere Fahrten sind geplant", informierte Rafael Kirchtag, Koordinator der Wiener VinziWerke, am Mittwoch in einer Aussendung. Dringend benötigt werden hierfür Hygieneartikel aller Art, Kleidung, Decken, Windeln und Medikamente, insbesondere Erste-Hilfe-Kits. Sie werden am kommenden Wochenende von einem befreundeten Journalisten aus Wiener Neudorf in sein Heimatort in Rumänien, Sighetu Marmatiei, der direkt an der ukrainischen Grenze liegt, gebracht. Weitere Fahrten sind geplant.

Der Grazer VinziWerke-Gründer Wolfgang Pucher sagte: „Es ist unsere vinzentinische Pflicht, zu helfen. Deshalb haben wir beschlossen, aktiv zu werden.“ Seit Beginn der Kriegshandlungen steht der Pfarrer in Kontakt mit seinem Ordensbruder Vitaliy Novak, Mitbegründer des VinziBus in der ukrainischen Stadt Odessa. Die Grazer Vinzenzgemeinschaft Eggenberg hat deshalb einen Spendenaufruf über Facebook und das reguläre Spendenkonto gestartet, um einen Klein-Lkw für den Transport von Hilfsgütern zu finanzieren. Die Güter sollen in Bratislava von den dort ansässigen Lazaristen zusammengetragen und so bald wie möglich in die Ukraine gebracht werden, hieß es.

Nach und nach melden sich auch steirische Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, die Quartiere in ihren Kommunen für Flüchtlinge bereitstellen wollen - so etwa auch in Knittelfeld und Oberwölz. Dort stünden Gemeindewohnungen leer und könnten hergerichtet werden. In sozialen Medien im Internet finden sich auch immer wieder Spendenaufrufe und Sammelaktionen von Privatpersonen. Da werden unter anderem Betten, Polster und ausziehbare Sofas gesucht.

Spenden können unter dem Verwendungszweck „Ukraine - Caritas hilft“ auf folgendes Caritas-Konto überwiesen werden: Raiffeisen-Landesbank Steiermark IBAN: AT40 3800 0000 0005 5111 BIC: RZSTAT2G. Hilfeleistungen und Unterbringungen der Wiener VinziWerke nehmen Spenden unter IBAN: AT94 2011 1293 5364 6100 BIC: GIBAATWW mit dem Verwendungszweck „Ukraine“ entgegen. Spenden für Hilfstransporte und finanzielle Unterstützung der VinziWerke Österreich in Graz können an IBAN: AT34 2081 5022 0040 6888 BIC: STSPAT2G mit Verwendungszweck: „Ukraine“ überwiesen werden.