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Coronavirus

Tirol richtet Notkrankenstation ein, 971 Neuinfektionen

In Tirol wird wieder im Rehabilitationszentrum in Münster eine Corona-Notkrankenstation geöffnet. 40 zusätzliche Betten werden zur Verfügung stehen, die vor allem für Personen gedacht sind, die nicht mehr infektiös sind, aber dennoch eine Betreuung benötigen. Im Bundesland mussten mit Stand Mittwochvormittag 283 Infizierte stationär betreut werden, um 21 weniger als am Vortag. 68 Covid-Patienten waren auf der Intensivstation (plus zwei). Vier Personen starben mit Covid-19.

red/Agenturen

„Mit der Notkrankenstation in Münster können die Tiroler Krankenanstalten bis zu einem gewissen Grad entlastet werden, was zentral ist, um ein Kollabieren unseres Gesundheitssystems zu verhindern“, sagte Gesundheitslandesrätin Annette Leja (ÖVP) in einer Aussendung. Bereits im Vorjahr wurde die Notkrankenstation aktiviert. Die Situation sei „ernst“, betonte sie. Gleichzeitig war sie optimistisch, „dass wir, mit entsprechender gegenseitiger Unterstützung, gemeinsam gut durch die vierte Welle kommen“.

In Tirol wurden 971 Neuinfektionen gemeldet, insgesamt galten 13.203 Menschen als infiziert. Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug 1.125 und lag damit über dem Österreich-Wert 894. Am höchsten war die Sieben-Tage-Inzidenz laut AGES im Bezirk Lienz mit 1.586, gefolgt vom Bezirk Reutte mit 1.340 und dem Bezirk Kufstein mit 1.234.

Salzburg: Spitäler bitten niedergelassene Fachärzte um Hilfe

In Salzburg ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt zurückgegangen, jene der Patienten in den Spitälern aber gestiegen. Am Mittwoch wurde mit zehn Verstorbenen auch der höchste Tageswert an Todesfällen in diesem Jahr verzeichnet. Um die Spitäler zu entlasten, hat die Ärztekammer vor wenigen Tagen einen Aufruf an die niedergelassenen Fachärztinnen und Fachärzte für innere Medizin gestartet, ob diese ihre Kollegen an den Landeskliniken unterstützen und entlasten wollen.

Die Anfrage auf Bitte der Landeskliniken richte sich an alle, die bereit seien, in der derzeitigen Akutsituation auf einer Covid-Station oder einer anderen internistischen Station zu arbeiten. „Der größte Bedarf dürfte in den nächsten zwei bis vier Wochen bestehen“, hieß es im E-Mail der Ärztekammer Salzburg.

Um Covid-Patienten mit mittelschweren Krankheitsverläufen so lange wie möglich zu Hause versorgen zu können, setzt das Land ab sofort wieder ein mobiles Team ein. Ein Arzt und ein Fahrer des Roten Kreuz besuchen Erkrankte, die noch in den eigenen vier Wänden behandelt werden können. Das Team sei vorerst in den drei Bezirken im Norden des Landes (Stadt Salzburg, Flachgau, Tennengau) unterwegs und könne bei Bedarf aufgestockt werden, sagte eine Sprecherin von Gesundheitsreferent LHStv. Christian Stöckl (ÖVP) zur APA. Das System habe sich bereits im Vorjahr gut bewährt. Angefordert werden kann die Visite vom jeweils zuständigen Hausarzt, die Kosten tragen die ÖGK und das Land Salzburg.

Mit Stand heute, 8.30 Uhr, befanden sich in Salzburg 255 Covid-Patienten in den Spitälern, davon 45 auf der Intensivstation. Neun weitere Patienten lagen auf der neu geschaffenen Covid-Transferstation am Gelände der Christian-Doppler-Klinik. Ihre Zahl wird bis Freitag laut Auskunft von SALK-Sprecher Wolfgang Fürweger noch auf 15 steigen. Die Transferstation ist für Covid-Patienten, die noch Corona-positiv sind und keine Spitalsbehandlung mehr benötigen, die aber aus verschiedenen Gründen noch nicht nach Hause können. Patienten auf der Transferstation scheinen in der Normalstationen-Statistik nicht auf.

Zahl der Intensivpatienten in OÖ steigt weiter

Auch die Lage in oberösterreichischen Spitälern bleibt vor allem auf den Intensivstationen weiter angespannt. Mit jedem Tag kommen mehr Covid-19-Patienten hinzu. Von Dienstag auf Mittwoch waren es vier, womit 138 Corona-Kranke eine intensivmedizinische Betreuung benötigen. Auf den Normalstationen befanden sich 504 Patienten.

Sei Mittwoch stehen in Oberösterreich zur Entlastung der Akut-Spitäler in medizinischen Einrichtungen 68 Covid-19-Betten zur Verfügung. 38 sind es in der Sonderkrankenanstalt Sierning und 30 in der Reha Klinik in Enns. Seit Mittwoch helfen in Enns diplomierte Pfleger des Bundesheeres aus. Sie stammen von der Feldambulanz Hörsching, informierte das Militärkommando Oberösterreich.

Seit einer Woche unterstützen auch mehr als 100 Soldaten aus den Garnisonen in Oberösterreich erneut die Bezirksverwaltungsbehörden - zusätzlich zu den Soldaten im Contact Tracing Pool beim Land. Der Anteil der Corona-Fälle, bei denen sich die Infektionsquelle klären hat lassen, lag vom 15. bis 21. November bei nur zehn Prozent. In einigen Bezirken ist einem Papier der Ampel-Kommission zufolge das Contact Tracing offenbar zum Erliegen gekommen. In Linz-Land lag in der Vorwoche der Anteil der geklärten Fälle bei drei, in Steyr-Land bei vier, in Eferding bei fünf, in Grieskirchen bei sechs und in Braunau und Vöcklabruck bei jeweils sieben Prozent.

Nach oben gehen dafür die Impfzahlen. Im November wurden insgesamt 392.379 Stiche gesetzt, darunter 83.343 Erstimpfungen, 53.011 Zweitimpfungen und 255.919 Drittimpfungen. Damit war der November der bisher zweitbeste - knapp hinter dem Juni 2021 mit 416.355 Impfungen, teilte das Land in einer Aussendung mit.