Corona-Impfung

Tirol steuerte nach Berichten über reduziertes Impfangebot gegen

In Tirol haben am Dienstag Berichte über ein reduziertes Impfangebot gegen Covid-19 für Diskussionen gesorgt. In einigen Bezirken - darunter Lienz, Reutte, Landeck und Kitzbühel - waren laut ORF Tirol keine Impftermine verfügbar. Die Verantwortlichen legten daraufhin nach, bringen nun Impfbusse über die Feiertage zum Einsatz und verwiesen unter anderem auf rund 100.000 zur Verfügung stehende Impftermine bis Ende Jänner.

red/Agenturen

Davon seien rund 17.500 bereits gebucht, über 80.000 freie Impftermine stünden noch zur Verfügung, so das Land. Darüber hinaus seien in den Impfzentren des Landes bis Ende Jänner derzeit weitere rund 100.000 Impfungen ohne Anmeldung möglich. Gesundheitslandesrätin Annette Leja (ÖVP) sprach von ausreichend zur Verfügung stehenden Kapazitäten auch für Impfungen ohne Anmeldung. „Darüber hinaus wurde in der jüngsten Vergangenheit ein umfassendes wohnortnahes Angebot in zahlreichen Gemeinden umgesetzt, das von der Bevölkerung gut angenommen wurde“, betonte die Landesrätin in einer Aussendung.

Darüber hinaus gibt es offenbar Spezialmaßnahmen für die Bezirke Lienz und Reutte. So werde etwa am 2. und 3. Jänner in Lienz ein Impfbus des Arbeiter-Samariterbundes direkt am Standort des Impfzentrums Station machen und für Erst- Zweit- und Drittimpfungen ohne Anmeldung bereitstehen. Im Bezirk waren ursprünglich bis 7. Jänner keine Impftermine mehr angeboten worden. Lienz hat dem Impfdashboard des Gesundheitsministeriums zufolge mit einer Durchimpfungsrate von 63,5 Prozent aktuell den österreichweit sechstschlechtesten Bezirkswert. Aus Lienz habe es geheißen, dass die Nachfrage gering sei und zudem das freiwillige Personal dringend Erholung brauche. Im Bezirk Reutte wiederum wird laut Land am 28. Dezember von 9.00 bis 17.00 Uhr ein Impfbus am „Isserparkplatz“ stehen.

Mit Impfangebots-Problemen hat man offenbar auch anderswo in Tirol zu kämpfen. In Kitzbühel wird normalerweise immer freitags geimpft - für Freitag, den 24. und Freitag, den 31. Dezember wurden jedoch keine Termine vergeben. Das Impfzentrum in Innsbruck hat hingegen nur am 24. und 25. Dezember geschlossen.

Ein reduziertes Impfangebot steht im Gegensatz zur Tatsache, dass das Land angesichts der weitaus ansteckenderen Omikron-Variante erneut und vehement dazu aufrief, sich die Boosterimpfung zu holen, um den Impfschutz aufrechtzuerhalten. Das ist bei einer Zweifachimpfung mit einem mRNA-Impfstoff bereits nach vier Monaten möglich, bei einer Zweifachimpfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca wird nach vier Monaten eine Drittimpfung mit einem mRNA-Impfstoff empfohlen. Mit 3. Jänner 2022 verlieren außerdem einmalige Johnson-&-Johnson-Impfungen ihre Gültigkeit. Bisher wurden in Tirol knapp 550.600 Erstimpfungen durchgeführt, rund 296.800 Menschen erhielten bereits eine dritte Impfung. Die Durchimpfungsrate lag bei 68,4 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Dilettantismus-Vorwürfe

Heftige Kritik an den Umständen war nach Bekanntwerden der Berichte vom Tiroler NEOS-Klubobmann Dominik Oberhofer gekommen. Er forderte eine rasche Lösung und sah sowohl das Land als auch die Bezirke in der Pflicht: „Die Verwaltung macht über Weihnachten und Silvester frei. Es kann nicht sein, dass über die Feiertage bis zum 7. Jänner das Impfen eingestellt wird“, echauffierte sich der pinke Politiker in einer Aussendung. „Das ist der direkte Weg in den Lockdown“.

Auch der Tiroler FPÖ-Klubobmann Markus Abwerzger sah die schwarz-grüne Landesregierung in der Pflicht. Die Bevölkerung habe „seit 22 Monaten unter dem Dilettantismus der Regierung in Bezug auf ein geordnetes Pandemiemanagement zu leiden“, fand er. Gerade über die Feiertage würden sich Personen lieber impfen lassen, da sie Zeit haben, mutmaßte der blaue Politiker und kommentierte die aktuellen Entwicklungen: „Impfzwang ja, aber freiwillige Impfung nicht“.