Corona-Verordnungen

Trotz Protesten: 3G-Regel in Bulgarien eingeführt

Bulgarien hat angesichts steigender Corona-Zahlen die im Inland umstrittene 3G-Regel vorerst für 14 Tage eingeführt. Trotz Protesten werden ab Donnerstag in Innenräumen wie etwa in Shoppingmalls oder Lokalen nur Kunden mit „grünen Zertifikaten“ eingelassen, wie eine Verordnung von Interims-Gesundheitsminister Stojtscho Kazarow vorsieht. Die Zertifikate können in der Regel nicht gleich am Eingang verifiziert werden.

red/Agenturen

Es genügt, wenn der Beleg über eine Corona-Impfung, Genesung von Covid-19 oder ein aktueller negativer Test vorgezeigt wird. Wichtige Parteien forderten derweil den Rücktritt von Gesundheitsminister Kazarow.

In dem südosteuropäischen EU-Land sind nur etwa 20 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Covid-19 geimpft. Am Donnerstag bildeten sich Warteschlangen vor den Impf- oder Testzentren. Nicht wenige Bulgarinnen und Bulgaren wollten eher von den kostenlosen Corona-Tests Gebrauch machen, um Zutritt zu Einrichtungen in geschlossenen Räumen wie etwa Fitnesszentren, Einkaufsmalls oder Kulturstätten zu bekommen. Der Verband der Einkaufszentren forderte eine Übergangsfrist, damit die Mitarbeiter geimpft werden können. Die Gastronomie drohte mit Protesten.

„Keiner kann mich dazu zwingen, mich impfen zu lassen“, sagte eine Frau vor einer Teststation dem Staatsradio in Sofia. In dem Balkanland kursieren massenhaft Vorurteile und Desinformationen über die Corona-Impfungen. Vor diesem Hintergrund stieg die Zahl der Neuansteckungen im Oktober schneller als im September. In der besonders stark betroffenen Region Sofia gingen die Schulen am Donnerstag zum Fernunterricht über. Viele Krankenhäuser waren fast am Limit ihrer Kapazitäten.

In dem Land mit 6,9 Millionen Einwohnern wurden zuletzt binnen 24 Stunden 4.522 neue Corona-Fälle nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg damit aktuell auf 347,2 pro 100.000 Menschen.

 

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