Coronakrise

Trump möchte USA „mit großem Knall" hochfahren, New York bleibt Pandemiehotspot

US-Präsident Donald Trump kann es nicht erwarten, dass die Coronakrise überwunden ist. Allerdings müsse die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen dafür wohl erst einmal zurückgehen, machte Trump nun deutlich. In den USA sind den zweiten Tag in Folge fast 2.000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben, viele davon im Epidemiezentrum New York.

 

 

 

red/Agenturen

Es könnte auch in weniger betroffenen Regionen schneller gehen als anderswo. Eigentlich wäre es schön, das Land „mit einem großen Knall“ wieder zu öffnen, sagte Trump. Ein Datum für eine Rückkehr zum Normalbetrieb wollte er nicht nennen. „Wir müssen vorsichtig sein“, sagte Trump. Ganz anders klang das noch vor rund zwei Wochen, als er mit Verweis auf die verheerenden Folgen für die Wirtschaft sagte, die Beschränkungen möglichst schon Ostern aufheben zu wollen. Trump sagte am Mittwoch zu, sich auf den Rat seiner Experten verlassen zu wollen.

In der Pandemie steuern die USA derzeit auf eine kritische Phase zu, in denen nach Prognosen täglich mehr als 2.000 Corona-Infizierte sterben könnten. „Wir haben einige furchtbare Tage vor uns, aber wir werden einige wunderbare Tage vor uns haben, wir werden das hinter uns bringen“, sagte Trump. Je strikter die Amerikaner die Richtlinien zur sozialen Distanz einhielten, desto schneller gehe es. „Wir sind hoffentlich auf dem Weg zum letzten Abschnitt.“

New York nach wie vor US-Pandemieepizentrum

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore verzeichnete bis Mittwochabend (Ortszeit) rund 430.000 nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in den USA. Mehr als 14.600 Menschen starben nach einer Infektion mit dem Coronavirus.

Der besonders heftig von der Corona-Pandemie getroffene US-Bundesstaat New York hat mit 779 Toten an einem Tag so viele Opfer zu verzeichnen wie noch nie in der Krise. Damit liege die Zahl der Toten in dem 20-Millionen-Staat bei insgesamt 6.268, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Mittwoch bei seiner täglichen Pressekonferenz. „Diese Zahl der Toten wird weiter ansteigen“, betonte der 62-Jährige.

Cuomo ordnete an, die Flaggen im Bundesstaat auf halbmast zu hängen. Er verglich die Situation mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001, bei denen in New York knapp 2.800 Menschen starben. Er hätte niemals gedacht, dass er noch einmal so eine große Katastrophe in seinem Leben sehen werde, sagte der Gouverneur.

Trotzdem bekräftigte Cuomo, dass die weitreichenden Ausgangsbeschränkungen funktionierten, dies zeige sich weiterhin bei der zurückgehenden Zahl an neu ins Krankenhaus Eingewiesenen. Dies bedeute aber nicht, dass die Maßnahmen nun bereits gelockert werden könnten. „Wenn wir etwas ändern, wird sich die Kurve ändern.“

Hohe Dunkelziffer bei Toten vermutet

Man sei noch nicht ansatzweise aus dem Gröbsten raus. Nach Berichten über höhere Infektionszahlen unter Afroamerikanern und Latinos kündigte Cuomo an, mehr Tests in den entsprechenden Bevölkerungsgruppen durchführen zu wollen.

Unterdessen häufen sich die Hinweise darauf, dass es in New York bei den Toten eine höhere Dunkelziffer geben könnte, weil viele Leute ohne ärztliche Behandlung zu Hause sterben. An normalen Tagen müsse man etwa 25 Leichen aus Häusern in der Millionenstadt holen, sagte der leitende General der Nationalgarde, Joseph Lengyel, am Mittwoch. „Diese Zahlen sind deutlich gestiegen und 150 Menschen pro Tag müssen in die Leichenhalle gebracht werden.“

24 Stunden zuvor hatte die Johns-Hopkins-Universität die Zahl der Toten noch mit 12.907 ausgewiesen. Weltweit sind nach Daten der Universität mittlerweile rund 1,5 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Rund 88.500 Menschen starben demnach, weitere rund 330.000 erholten sich von einer Infektion mit dem Virus.Die Webseite der Universität wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-Gesundheitsbehörde CDC.

New York
In dem US-Bundesstaat New York, dem Corona-Epizentrum der USA, ist die Lage nach wie vor angespannt.
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