Gesundheitsversorgung

Ukraine: Stadt Wien trägt ECDC-Appell bereits Rechnung

Die Stadt Wien trägt dem Appell der EU-Gesundheitsbehörde ECDC Rechnung, Vertriebenen aus der Ukraine denselben Zugang zu Gesundheitseinrichtungen und Schutzimpfungen vor Infektionskrankheiten wie Covid-19 zu gewähren wie der einheimischen Bevölkerung. Wie es aus dem Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) hieß, reicht etwa ein Ausweis und eine Anschrift in Wien, damit sich Vertriebene formlos im Austria Center Vienna (ACV) gegen Corona immunisieren lassen können.

red/Agenturen

Idealerweise sollten Geflüchtete - sofern verfügbar - dafür ihren Impfpass mitnehmen, weil sie dann auch den „passenden“ Impfstoff erhalten, hieß es. Wer sich in der Ukraine mit Sputnik V impfen hat lassen, wird mit einem mRNA-Impfstoff geboostert, wer bereits ein in der EU zugelassenes Vakzin erhalten hat oder bisher ungeimpft war, erhält einen der im Impfplan vorgesehenen Impfstoffe.

Nach der Ankunft aus der kriegsgebeutelten Ukraine werden in der Bundeshauptstadt Vertriebene, die nicht gleich weiterreisen, im Humanitären Ankunftszentrum in der Engerthstraße versorgt. Ihr Gesundheitszustand wird dort abgeklärt, bei Bedarf erhalten sie Medikamente. Auch Testmöglichkeiten auf SARS-CoV-2 und FFP2-Masken sind verfügbar.

Impfungen gegen Kinderlähmung, Masern und Covid-19

Das ECDC hatte in einem am Dienstag veröffentlichten Paper die Aufnahmeländer unter anderem aufgefordert, den Kriegsflüchtlingen eine Durchimpfung gegen Kinderlähmung, Masern und Covid-19 zu ermöglichen. Viele der Menschen, die derzeit aus der Ukraine fliehen, sind nicht bzw. nicht vollständig gegen Covid-19 geimpft, darüber hinaus ist gerade bei Kindern die Durchimpfungsrate bei Infektionskrankheiten „suboptimal“, betont die EU-Behörde. Das Schließen von Impflücken sei „ein wesentliches Element der Unterstützung der Vertriebenen durch das öffentliche Gesundheitswesen“.

Ein besonderes Augenmerk sei außerdem auf die Diagnose und Behandlung von chronisch oder psychisch kranken Kriegsflüchtlingen zu legen, mahnt das ECDC ein. Die Gesundheit und das Wohlergehen der Vertriebenen sollten grundsätzlich „Teil eines allgemeinen Gesundheitsansatzes zur Unterstützung der Vertriebenen“ sein. Zur Bewältigung der damit verbundenen Herausforderungen führt das ECDC bilaterale und multilaterale Dialoge mit den betroffenen Ländern - derzeit vor allem Polen, Ungarn, Moldau, Rumänien und die Slowakei - sowie mit EU- und internationalen Gremien.

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