Coronavirus-Impfstoff

Ukraine verbietet Corona-Vakzine aus Russland

Im Kampf gegen das Coronavirus hat das ukrainische Parlament die Zulassung von Impfstoffen aus Russland verboten. Der Beschluss fiel am Freitag in der Hauptstadt Kiew mit großer Mehrheit. Die Beziehungen beider Nachbarstaaten sind seit dem Umsturz in Kiew und der russischen Annexion der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim 2014 zerrüttet.

red/Agenturen

Zugleich vereinfachte das Parlament die Registrierung von Impfmitteln aus den USA, der EU, aber auch China, Indien oder Mexiko. Diese können bereits vor dem Abschluss aller medizinischen Tests eine Notzulassung erhalten, wie aus dem Beschluss hervorgeht.

Bisher hat das osteuropäische Land mit mehr als 41 Millionen Einwohnern noch nicht mit Impfungen begonnen. Präsident Wolodymyr Selenskyj stellte kürzlich für Februar eine Lieferung von einer Million Impfdosen in Aussicht. Prognosen des britischen Magazins "Economist" zufolge ist in der verarmten Ex-Sowjetrepublik nicht vor 2023 mit einer allgemeinen Verfügbarkeit von Impfmitteln zu rechnen.

Dennoch verzeichnet das Gesundheitsministerium seit Mitte Dezember einen stetigen Rückgang bei Neuinfektionen, Sterbefällen und Krankenhauseinweisungen. Ärzte gehen davon aus, dass in einigen Regionen bereits bis zu 40 Prozent der Einwohner eine Infektion mit SARS-CoV-2 überstanden haben. Insgesamt wurden seit vergangenem März mehr als 1,2 Millionen Infektionen registriert. Mehr als 22.000 Menschen starben mit dem Virus.